Herzensweg – ins Herz hinein und aus dem Herzen heraus

Fotografieren ist nicht gleich Fotografieren. Fotokritiker unter sich und ich mitten drin. Möchte man sich etwas ernsthafter damit auseinandersetzten, bekommt man von Profis schon mal den ein oder anderen pingeligen Rat als Regel fürs Foto Leben. Aufsteigende Linien zum Beispiel – ein wertvoller Tipp. Hast du dir schon mal Gedanken drüber gemacht, dass sie ein Foto verändern? Natürlich sind aufsteigende Linien deutlich positiver als absteigende Linien. Wie nun mal im Leben. Der positive Weg nach oben macht immer glücklicher als ein absteigender Weg nach unten. Doch so ganz genau nehme ich das bei Landschaftsfotografie eigentlich nicht. Schließlich führt der Weg nun mal so und ich kann doch nicht plötzlich die Realität verändern. Kann ich wirklich nicht? Schauen wir doch mal …

Dies kleine Foto hier trägt bei mir den Titel Herzensweg. Ist doch diese kleine Gabelung wie eine zulaufende Spitze eines Herzens und hinter dem Berg scheint der Weg zusammen zu führen. Ein Mensch geht von links den Weg, der Andere kommt von rechts. Beide begegnen sich hinter dem Berg des Lebens. Welch eine schöne Begegnung, welch ein nettes Bild.

Doch richtig glücklich war ich mit dem Titel nicht, was ich zu dem geistlich empfand. Mein Herz war viel freudiger eingestellt, als die Sprache meines Fotos. Der Weg auf dem Foto glich eher einem Rundweg ohne Spannung, statt einem Herzensweg mit Power und Kraft. Irgendwas fehlt da.

Vielleicht liegt es daran: Es scheint nicht zu passen, wenn der Weg aus dem Herzen heraus einen absteigenden Zweig darstellt. Die Stimmung trübt sich ein.

Dies Bild ist nun gespiegelt und bekam folgend emotionalen Impuls von einem Bekannten und Fotografen:

  • Die Grünfläche öffnet sich jetzt langsam in einem leicht ansteigenden Winkel.
  • Ihr höchster Winkel liegt erst hinter der Bildmitte, so wird auch durch die Grasnarbe der Blick langsam ins Bild hinein geführt.
  • Die Wolken öffnen sich von dicht bewölkt zu strahlend blauem Himmel.
  • Verbunden mit der steigenden Linie in der mittleren Wolke suggeriert das Leichtigkeit und eine  positive Stimmung.
  • Zudem führt der Weg aus der linken Ecke in Dein Hauptmotiv, das Herz.

Mit diesen Punkten möchte ich dich nun mit hinein nehmen in Psalm 23:

  • Gott, dein liebender Vater weidet dich auf saftigen Wiesen und führt dich zu frischen Quellen. Er gibt dir neue Kraft.
  • Er leitet dich auf sicheren Wegen, weil ER der gute Hirte ist.
  • ER lädt dich ein und deckt dir den Tisch vor den Augen deiner Feinde.
  • ER begrüßt dich wie ein Hausherr seinen Gast und gibt dir mehr als genug.
  • SEINE Güte und Liebe werden dich begleiten dein Leben lang; in SEINEM Haus darfst du für immer bleiben.

Vielleicht aber geht es dir so, dass du den Weg nicht immer findest. Gedanken eines Mönches Namens Philip Neri (1515 – 1595):

  • Jesus sei mir Jesus. Ich möchte dir dienen und finde den Weg nicht.
  • Ich möchte das Gute tun und finde den Weg nicht.
  • Ich möchte dich lieben und finde den Weg nicht.
  • Ich kenne Dich nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche.
  • Ich suche dich und finde dich nicht.
  • Komm zu mir Jesus. Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst.
  • Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst.
  • Jesus sei mit Jesus.

Vielleicht erscheinen diese Zeilen kryptisch. Hier versteckt sich aber die Bitte an Jesus, als der zu uns zu kommen, der er ist. Was auch immer das sein mag. Es wird nicht genauer definiert. Dennoch ist die Nähe der geheimnisvollen und unerklärliche Persönlichkeit Jesu wichtiger als ausformulierte Dogmen und Regeln.

Dieser eine letzte Satz – Jesus sei mir Jesus – ist das ehrlichste und verletzlichste Gebet, das man überhaupt sprechen kann. Jesus nicht vorzuschreiben, wer er sein soll und was er tun soll, sondern ihn einfach anrufen und sich überraschen lassen, wie der Vater uns an saftige Wiesen führt und uns Kraft gibt. Wer weiß, vielleicht sogar mit einem Menschen, den wir hinter dem Berg treffen.

Fernab von jeglicher Bildkritik unter Fotografen, wenn der Weg aus dem Herzen heraus einen absteigenden Zweig darstellt und es durch dunkle Täler geht: fürchte dich nicht, Gott ist bei dir.

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