… und er bleibt immer noch ein Jesu zum Anfassen

Wie unfassbar  schön ist es, dass die allererste Person auf Erden, die Jesus nach seiner Auferstehung begegnet, ihn durch Tränen hindurch sieht. Und vielleicht sind auch die Tränen schuld – oder das Dämmerlicht oder einfach nur die Unmöglichkeit dieser Realität und die Tatsache, dass sie sein Gesicht sowieso schon überall an diesem Wochenende zu sehen geglaubt hatte – aber als Maria Jesus zum ersten Mal erblickte, verwechselte sie ihn  mit einem Gärtner. Die Erde zittert und Engel verneigen sich, aber er selbst wird für einen bescheidenen, unbeholfenen Landschaftsgärtner mit Dreck unter den Fingernägeln gehalten.

… diese große Offenbarung: Keinem Mann wird sie hier zu erst zuteil – keinem Pilatus oder Kaiphas, nicht einmal Petrus oder Johannes. Sie wird als erstes einer Frau geschenkt, und einer schlechten noch dazu – einer, aus der Jesus erstmal sieben Dämonen austreiben musste und die wahrscheinlich eine Prostituierte war. Maria war eine schlechte Frau,  die eine gütige Frau geworden war, großzügig und treu bis zum Ende.

Die ersten Worte Jesu des neuen Bundes sind eine Frage. Keine Ankündigung, nicht mal eine Antwort, sondern eine stille, freundliche Frage an eine weinende und besondere Frau (welch eine Symbolik): „Warum weinst du?“ Und für jemanden wie Maria, oder euch oder mich, die durch die Dunkelheit von Gründonnerstag und die Verzweiflung von Karfreitag gegangen ist, um an diesem Gartengraben anzukommen, scheint es eine dumme Frage zu sein in mitten der großen Herrlichkeit.  Aber es ist auch gleichzeitig eine sehr tiefgründige Frage.  Jesus, der Gott, den man gerne mal mit dem Gärtner verwechselt, spricht einfach Marias Namen aus und sagt: „Gehe zu meinen Brüdern, sag ihnen: ich gehe zurück zu meinem Vater und zu EUREM Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ … er nennt seine Freunde „Brüder“ und will, dass sie wissen, dass Gott ganz ausdrücklich auch ihr Gott ist. Sein Abba Vater ist ihrer. Sie sind seinem Herzen näher als je zuvor. (Zitat: Pete Greig)

Die ersten Worte des neuen Bundes sind eine stille, freundliche Frage an eine weinende Frau: „Warum weinst du?“

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