Entschuldigung

In einem pädagogischem Seminar haben wir vor Monaten vermittelt bekommen, dass eine „Entschuldigung“ unprofessionell ist. Das kann ich irgendwie überhaupt nicht bejahen. Vielleicht ist es noch zu differenzieren, dass man sich persönlich bei Dritte nicht für betriebliche Fehlorganisation entschuldigen muss und dies im Umgang mit Kunden als unprofessionell gilt. Aber auch hier kann ich das nicht bejahen.

Sich bei dem anderen zu entschuldigen, empfinde ich als Größe. Es ist wertschätzend, wenn man auf den anderen zugehen kann und es auch tut.

Erstaunlicherweise teilte auch der Großteil der Kursteilnehmer diese Meinung, entschuldigen sei unprofessionell.

Was sagst du dazu?

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5 Gedanken zu “Entschuldigung

  1. Dann habe ich lieber „unprofessionellen“ Menschen um mich 🙂
    (Übrigens auch in der Politik, im Management, im Kundendienst usw.usw.)
    Welch ein Blödsinn. Und so was wird in einem akademischen Seminar gelehrt?

  2. Hi Ralle, welcome again 🙂

    … vielleicht kommt diese Ansicht daher, dass eine Entschuldigung auch gleichzeitig ein Schuldeingeständnis ist. Und wer gesteht gerne ein „ich habe schuld.“ Gleichzeitig haben wir, die wir aus der Vergebung leben, dies Problem wohl nicht. Ich schätze diese Referentin sehr, aber damit war ich nicht einverstanden und es ist auch nicht mein Stil.

  3. Schuld gibt es doch nicht mehr, warum also eine Entschuldigung? Das alte Schuldverschiebespiel hat im Garten Eden begonnen (das Weib war’s, sagt Adam, die Schlange war’s sagt das Weib..)und nähert sich heute seinem Höhepunkt. Die Schuld wurde – mit Hilfe der Psychologen und Soziologen – komplett abgeschafft, so dass nicht einmal mehr kleine Mißgeschicke, Vergesslichkeiten oder Handlungsfehler einer Entschuldigung bedürfen. Stolz und höchst professionell geht die Welt den Bach hinunter…
    War da nicht noch was? Ach ja! Wir feiern doch in Kürze den Geburtstag desjenigen, der Schuld als so problematisch ansah, dass er sich sogar umbringen ließ, um uns alle zu entschuld(ig)en. Allerdings müssen wir ihn – höchst unprofessionell – um Vergebung bitten. Dumm gelaufen…

    Besinnliche Grüße, Sec

  4. Ich finde, wenn man Scheiße gebaut hat, dann muss man auch hingehen und sich entschuldigen – wenn es von Herzen kommt.

    Aber man muss natürlich schauen, wie man sich entschuldigt und auch zu dem stehen, was man so tut und sagt. Vieles erscheint dann so, als wäre man eine Fahne im Wind und der Eindruck darf natürlich nicht entstehen – genau so wenig der Eindruck, man selbst trägt die Last der Welt.

    Ich glaube, der Eindruck oder das Empfinden, dass entschuldigen „unprofessionell“ wirkt hat die Ursache in meinen zuletzt genannten Punkten und da muss man schon differenzieren.

    Für 3. muss man sich nicht entschuldigen, sondern da ist dann der 3. zuständig.

  5. „Wahrheit macht frei“, steht in der Bibel. Sich entschuldigen und zu dem stehen, was man falsch oder auch, wo man Unrechtes gesagt oder getan hat, das soll man ehrlich sagen und um Verzeihung bitten. Wenn das Gegenüber nicht vergeben kann, dann muß man halt damit leben und das so respektieren. Wichtig ist, daß Gott trotzdem auf meiner Seite ist und mir hilft.

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