Leidenschaft schafft Leiden?

In den vorherigen Beiträgen ist mehr als deutlich geworden, dass meine Berufung eng verzahnt ist mit meinem ganzen Sein, mit meiner Geschichte, mit meiner Vergangenheit, mit meinem Hier und Heute, meinem Charakter, meiner Bestimmung Gottes seit meiner Zeugung. Ebenso das ganz leise, das weniger spektakuläre und revolutionäre ist Bestandteil meiner Berufung.

Heute nun eine weitere Facette im Licht der Berufung: meine Leidenschaft. Leidenschaft muss dabei nicht immer heißen, dass sie positiv und fröhlich daher kommt … aber dazu vielleicht etwas später mehr …

Manche Dinge gehen mir gut von der Hand. Wenn ich Besuch habe, dann sorge ich gerne für Atmosphäre und richte alles nett her. Hier noch ein bisschen Deko und … ach ja … da kann auch noch ne Kerze brennen  … und … dies könntest du auch noch ein bisschen anders arrangieren … überhaupt, der lange dagewesene Stil erlebt noch einen Wandel, einen neuen Farbklecks.

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Aber Essen herrichten, ein Buffet zusammenstellen, dafür dann auch noch Stundenlang in der Küche stehen oder gar Nachtschichten einlegen … schon nach wenigen Minuten wäre ich völlig entnervt oder es kostet mich einige Energie, dran zu bleiben.

Dieses einfache Beispiel macht deutlich: meine Person hat unmittelbar etwas damit zu tun, wie effektiv ich eine Aufgabe ausüben kann. Je mehr ich einer Aufgabe entspreche, desto wirksamer, effektiver und ausdauernder kann ich sie ausführen. Das gilt auch für meine Lebensaufgabe bzw. meine Berufung.

Muss Berufung denn immer weh tun? Wenn es besonders anstrengend ist, muss es sich doch um eine echte Berufung handeln, oder? Je weniger ich die Aufgabe tun will, desto mehr muss ich dazu doch berufen sein, oder? Gott beruft doch manchmal Menschen für eine Aufgabe, für die sie absolut nicht geeignet scheinen. Bei Moses war das doch auch so …

Klar ist, Gott wird mir nicht gegen meine persönliche Neigung und Fähigkeit eine Aufgabe aufdrücken. Klar ist, manchmal ist mein blinder Fleck allerdings so groß, dass ich sicherlich einen Anstupser Gottes brauche, wenn er mich gegen meine persönliche Neigung zu etwas beruft. Wenn das dann so sein sollte, ist ebenfalls klar, er wird mir dann die notwendige Kraft geben.

Aber so ganz einfach gedacht, darf ich auch akzeptieren, wenn ich manches gut kann und ich es gerne tue und widerum andere Dinge meide und nicht liebe, dass das Gott nicht egal ist. Gottes Berufung ist also nicht in dem Maße konkret oder wertvoll, je unangenehmer sie ist. Meine Leidenschaft ist Gott nicht egal,

denn Abba selbst ist Leidenschaft.

Wir haben Anteil an seiner Leidenschaft, ER hat Anteil an unserer Leidenschaft. ER ist sehr an unseren Wünschen interessiert. Er will darauf eingehen und durch meine Neigungen und meine Leidenschaft handeln. Deshalb können meine Neigungen und Wünsche Hinweise auf meine Berufung geben. Berufung ohne Leidenschaft für die Sache Gottes, ist zu dem gar nicht möglich. Leidenschaft gibt Power, Kraft, Energie, Begeisterung und regt mein Engagement an.

Was wäre Liebe ohne Leidenschaft?

Soweit so gut. Zeichnet sich nun Leidenschaft automatisch immer fröhlich gestimmt aus? Power, Kraft, Energie kann sich auch „negativ“ bemerkbar machen, wenn mich manche Dinge auf die Palme bringen. Weil ich dann merke, dass Dinge falsch laufen und ungerecht. Aus dieser Stimmung heraus wächst die Idee, wie es besser laufen kann.

Also auch zornige Leidenschaft für die gerechte Sache Gottes kann mich auf meine Berufung hinweisen. Wut, Ärger, Zorn setzen Energie frei, um die Dinge zu bekämpfen, die Gott und mich an der Welt stören. Sie sind nicht zu unterschätzende Kraftquellen für mein Handeln. Sie sind Hinweise auf meine Sehnsüchte und Wünsche und können deshalb Hinweise auf meinen Platz in Gottes Sache liefern. Wow!!

Ich weiß ganz genau, in welchen Bereichen meines Lebens ich motiviert und begeistert bin. Was mich demotiviert oder mich regelrecht auf die Palme bringt. Ich kenne die Bereiche in meinem Leben, in denen ich unzufrieden, gereizt und anspruchsvoll bin. Es scheint in meinem Leben so etwas wie unerreichbare Ideale oder überzogene Selbstansprüche zu geben, wo andere meinen, die lassen sich nicht realisieren, ich da aber völlig anders drüber denke und fühle und die tiefe Gewissheit habe, diese Ideale gibt es, denn es sind Gottes Ideale.

Nun bist du dran:

  • Was motiviert dich und begeistert dich?
  • Was demotiviert dich und bringt dich auf die Palme?
  • Wo entdeckst du hinter der Kulisse den roten Faden?
  • Warum ist das so und was will dann wohl Gott von dir?
  • Gibt es in deinem Leben so etwas wie unerreichbare Ideale oder überzogene Selbstansprüche, die du realisieren möchtest?
  • Wie sehen Gottes Ideale und Ansprüche aus?
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12 Gedanken zu “Leidenschaft schafft Leiden?

  1. Spannend und vielfältig, deine Beschreibung. Habe mich in vielem wieder erkannt…;-). Ich spinne einfach ein bisschen weiter… Leidenschaft hängt auch damit zusammen, wonach ich Sehnsucht habe. Keine Sehnsucht, keine Leidenschaft. Meistens will ja meine Leidenschaft – gerade wenn sie von Gott getriggert ist – etwas verändern. Leidenschaft hat ein Ziel, erfüllt einen höheren Sinn und sei es der, ein toller Koch zu werden. Leidenschaft und Sehnsucht weisen über mich hinaus, übersteigen also auch meinen Horizont… hach, tolles Thema…

  2. Bewundere immer wieder Deinen Gedankenreichtum liebe Sabina!!! Hatte selber vor Jahren mit einer Freundin das Buch von Bonhoeffer „Wiederstand und Ergebung“ gelesen und das Gefühl gehabt, mich für andere Kollegen, denen Unrecht geschieht, einsetzen zu sollen. Das habe ich auch eine Zeit lang gemacht, was mich viel Mut und Kraft gekostet hat. War nicht meiner Neigung zur Harmonie entsprechend. Aber Gott wollte das damals so von mir.

  3. also ich werd mal nur auf deine Fragen antworten –
    (oder war das für das stille Kämmerchen gedacht?) – egal:

    – Der Hl.Geist begeistert und motiviert mich
    – wenn Geschwister sich von etwas anderem begeistern lassen
    – ist da noch ne Kulisse vor dem roten Faden?
    – hä?
    – nein
    – dass wir uns vom Hl.Geist begeistern und motivieren lassen…

    🙂
    Segen

  4. Hi Bento 🙂

    da kitzelst du aber noch mal einiges aus mir heraus …

    zu deiner Antwort 2: so, so … dann gehöre also auch ich zu jenen, die dich auf die Palme bringen. Bin nämlich vielseitig begeisterungsfähig.

    zu Antwort 3: Gute Frage … doch ja, ich bin der Meinung es gibt eine Kulisse vor dem roten Faden. Stichwort „Erschaftssünde“.

    zu Antwort 4: Die wahren Antworten sind dann in der Tat für das stille Kämmerlein. Da gibt es ne Menge, was Gott einem persönlich sagt.

    zu Antwort 5: Gibt es echt nicht??? Ich meine nicht die egoistischen zur Selbstbefriedigung dienenden Ideale oder Ansprüche. Wie ist es denn mit dem Ideal „geistlicher Wachstum“? Ein wirkliches „Nein“ von dir? 😉

    zu Antwort 6: Korrekt. Jedoch … gut, dass du mit Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen endest … denn das ist erst der Begin (oder auch die Basis) von weiteren Veränderungen in meinem Leben.

  5. Danke und liebe Grüße an dich Wegi und Apassionata … naja, Apassionata … meine Gedanken leben auch nur vom Input anderer Leute und dem Reden Gottes. Aber es bringt auch Spaß, nachzuforschen und in eigene Worte zu gießen.

  6. Hi Bina

    genau – PünktchenPünktchenPünktchen… 🙂

    und so ist das ja auch bei der 2. Antwort gemeint:
    Genauso wie es mich motiviert und begeistert, wenn Geschwister vom Hl.Geist bewegt werden, genauso traurig macht es mich, wenn diese wunderbare Quelle weitgehend ungenutzt bleibt und die Motivation mehr aus der Welt kommt –
    dass ich kein weltabgewandter geistliche Sphärenbewohner bin und mich auch vielseitig erfreuen kann, weißt du ja…

    äh was bitte ist Erschaftssünde?
    (hab ich etwa ein Problem, wovon ich noch nix weiß?)
    ist es Sünde erschaffen worden zu sein… 😉

    also geistliches Wachstum sehe ich nicht als unerreichbares Ideal oder überzogenen Selbstanspruch – es ist die natürliche Folge von geistlichem Leben.
    So wie du die Frage gestellt hast, habe ich da eigentl. nur welt. Ziele vermutet, denn die sind gerne mal überzogen oder gar unerreichbar – also:
    Ja! – ich bleibe bei meinem Nein!

    …und hoffe weiterhin einiges aus dir herauszukitzeln…:-D

    Segen

  7. Die Erschaffungssünde soll natürlich Erbschaftssünde heißen 🙂

    hm …. diese unerreichbaren Ideale und überzogenen Selbstansprüche … ich versuche mal am frühen Morgen mit wenig Zeit zu erklären, wie ich es meine:
    Wenn ich z. B. den Anspruch habe, Ehe kann nicht nur funktionieren, sondern ist erfüllt auf allen Ebenen, dann halten das viele Weltler für überzogen. Wenn ich aber Gottes Welt sehe, wie er Gemeinschaft will, gedacht und erschaffen hat, bis hin in das intimste Kämmerlein, dann ist schon mal Fakt: es gibt diese Ideale. Und nun folgt die Konsequenz: dieses Ideal kann wachsen und heilen durch die natürlich Folge von geistlichem Leben. Und dabei dann alle Facetten mit einbezogen bis hin zur Seelsorge.

  8. Also nach langem Grübeln und einem sehr informativen chatting mit dir, bin ich nun der Erbschaftssünde langsam auf die Schliche gekommen… 😉

    ..zunächst mal bin ich sehr froh, dass es nun doch keine Sünde ist, erschaffen worden zu sein, sondern nur, wenn man eine Erbschaft macht – puhhh…
    habe mir also fest vorgenommen, meine nächste Erbschaft abzulehnen, damit ich dadurch nicht in Sünde falle.. 😀

    Da aber die Erbsünde gemeint ist, kann ich nur hallelujamässig rufen: Gottlob, ich bin nicht katholisch!! lol
    In der Bibel gibt es diesen Begriff jedenfalls nicht und wir sind als Christen ja durch Jesus von dem Fluch der Sünde befreit, die seit Adam auf dem Menschen ist und statt Sünder sind wir nun Heilige!

    Wie das genau funktioniert und dass das kein überzogenes Ideal oder unerreichbarer Selbstanspruch ist, sondern ein Geschenk von unserem Papa, das erkläre ich dann beim nächsten mal oder lest selber das NT. 😉
    ….

    Du hast natürlich recht – Ansprüche, Vorstellungen, Ideale usw. (z.B. in der Ehe), sind ein Hindernis, wenn sie aus uns selber (unserer menschl. Natur) erwachsen – dann führt das zu viel Mühe, Tränen und unerreichten Zielen, weil wir es aus eigener Kraft schaffen wollen. Der Grund ist unser Stolz!

    Wenn es aber Verheißungen Gottes sind, dann werden diese uns wie eine Frucht geschenkt, wenn die geistl. Saat aufgeht und gedeihen kann und wir dadurch auch die leidenschaftl. Liebe und Demut haben!
    (darum ist mir grade die Demut so groß geworden, dass ich gar nichts Neues mehr posten kann auf meim Blog)-

    Echte Demut ist eine Herzenshaltung, die leider seeeehr selten zu finden ist, aber sie ist die Grundlage für allerfettesten Segen –

    Heiliger Geist – bitte reiße allen Stolz von unserer Fassade und erfülle unsere Herzen mit leidenschaftlicher Demut!

    Segen

  9. Aaah spannend! 🙂

    Mist… ich sollte deinen Blog öfter lesen und mich auch mal an die langen Artikel wagen… 😉

    zu deinen Fragen… (falls ich was sage, was irgendwer schon mal aufgegriffen hat: ich habe die Kommentare noch nicht gelesen…)

    * Was motiviert dich und begeistert dich?

    Eine Gute Frage! Genau diese musste ich mir letzten Sonntag stellen lassen. Mich haben Wünsche und Träume motiviert. Ich habe an diese Wünsche und Träume Bedingungen geknüpft. Z. B.: ich habe schon früher davon geträumt nach Australien für eine längere Zeit zu gehen. Aber: Nicht alleine!!

    So… und jetzt kommt die Motivation: ich wollte Abenteuer erleben. Irgendwie, wie man das aus guten oder nicht so guten Hollywood-Streifen kennt. Weit draußen versucht man sich mit seinem Partner (in dem Fall egal, ob Männlein oder Weiblein, wobei ich irgendwie zu weiblein tendiere, anstatt so ne Tour mit Freunden zu machen) durchzuschlagen und zu improvisieren und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen. Coole Geschichte, hat bestimmt auch Hollywood-Format.

    Was begeistert mich?

    Held sein 🙂 Glas klar!

    Ok… soviel zu mir und meinen Vorstellungen.

    Was meint denn Herr HG dazu?

    Er stellt mich (so wie an besagtem Sonntag) in Situationen, wo ich darüber nochmal ins Nachdenken komme und mich fragen muss: Ist das sein Plan für mich? Das ich Tarzan spiele und die Kokusnüsse von den Bäumen hole?

    Er sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer ihr in mir bleibt und ich in ihm bringt viel Frucht; ohne mich könnt ihr nichts tun. (Joh, 15,5)

    Was heißt das?

    naja… ich muss sagen: das Ding hat ganz schön gesessen… Nix Tarzan. Nix Jane. Was der HG dazu sagt ist: Bleib an Jesus dran! Versuche nicht dich selbst zu verwirklichen, sondern Jesus wird das tun, auf seine Art und Weise! Aber nur, wenn du dich von ihm ernährst wird er das tun können.

    Das heißt ja nicht, dass ich nie nach Australien reisen werde – aber es wird vielleicht etwas anders ausfallen, als ich mir das in meinen kühnsten Träumen vorstelle…

    Recht hat er!

    Warum? Was ist meine Motivation, diese Aussage zu treffen?

    Das, was mich sagen lässt: „Zum Glück, Recht hat er!“ kommt daher, weil Jesus ein Ziel hat. Es ist nicht einfach nur ein Abenteuer mit im auf Reise zu gehen. Es ist ein Abenteuer mit Ausblick. Und das geniale daran: Er hat die nötige Kraft und Ausdauer, dieses Abenteuer auch durchzustehen. Es wird nicht nur ein selbstgefälliges auf der Jagd nach dem nächsten Erlebnis sein.

    * Was demotiviert dich und bringt dich auf die Palme?

    Auch Glasklar. Ich muss mich so oft üben in Geduld. Ich muss mich auf ihn verlassen und Sachen machen, die mir vielleicht gegen den Strich – vielleicht auch gegen das eigene Ich gehen. Ich muss lernen, mich auf neues, ungewohntes, einzulassen. Auch, mich neu kennen zu lernen. Oft sehe ich, wie ich kapitulieren muss und denk mir: Mist! Wieder nicht geklappt. Versagt!

    * Wo entdeckst du hinter der Kulisse den roten Faden?

    Das Ding ist wohl ähnlich, wie du es anfangs beschrieben hast. Ich schaue zurück und sehe, was alles bewegt wurde. Ich sehe mein Leben, wie es sich entwickelt hat. Ich sehe, wie Gott gezogen hat. Und wie er mich immer wieder neu aufgestellt hat und gesagt hat: „Von vorn! Aber ich komm mit!“ (Das Spiel „Mensch ärger dich nicht“ ist gerade irgendwie total der Überflieger)

    * Warum ist das so und was will dann wohl Gott von dir?

    Mensch-ärger-dich-nicht spielen. Er will mit mir Stück für Stück den Weg gehen, den er für mich vorbereitet hat. Ob ich mich darauf einlasse?

    * Gibt es in deinem Leben so etwas wie unerreichbare Ideale oder überzogene Selbstansprüche, die du realisieren möchtest?

    klar… muss ich die jetzt alle aufzählen? Die Liste wäre lang…

    * Wie sehen Gottes Ideale und Ansprüche aus?

    Eine Frage, die ich nicht aus dem Stehgreif beantworten kann… Auf jeden Fall eines: irgendwie anders…

  10. Hallo Maze 🙂

    Na .. du hattest ja heute Zeit, mal tief zu buddeln 😉 … Ich stelle fest (lese ich deinen Kommentar bei meinem anderen Artikel), irgendwie hast du dir die meisten deiner Fragen schon selber beantwortet, so dass ich nicht on detail darauf einzugehen brauch. Ich stelle auch fest, hättest du alle Artikel zum Thema Berufung gelesen (7 an der Zahl), wärst du schneller zu den Antworten gelangt 😉 *stupps*
    Ich stelle ebenfalls fest, auch du suchst den ultimativen, revolutionären und spektakulären brennenden Dornenbusch und stapelst hoch. So wie nun mal Erwartungen und Sehnsüchte sind. Wie bei mir.

    Kannst du dich an unsere erste Diskussion erinnern? Da waren wir schon gespannt, wo uns unsere Erkenntnis hinführt. Hier nun meine Zwischenbilanz bei meiner Entscheidung zwischen Bestätigung oder Veränderung:

    Ungefähr auch im April, war ich tatsächlich zum Aufbruch bereit, für das ganz große, revolutionäre große Ding ohne Namen aber mit tiefer Sehnsucht und Bereitschaft an neue Ufer zu schwimmen. In der Mitte des Lebens hat man mal so ne Anwandlung 😉 soll üblich sein …

    Der Rucksack war gepackt, die endgültig Lösung alter Schuhe sicherlich noch nicht vollzogen, aber bereit und ich reiste los. Ich meine hier keine Urlaubsreise in ein fernes Land, ich meine die geistliche Lebensreise.
    … es kam anders.

    Ich bin angekommen, aber es kam nicht dazu den Rucksack auszupacken. Im Gegenteil: als ich ihn an dem Ort, an dem ich in dem Hier und Heute stehe, auspackte, wusste ich tief in meinem Herzen: hier ist mein Zuhause und hier ist „mein Ding“.

    Das Riesengroße und Spektakuläre verpuffte und brachte mich sogar in eine Glaubenskrise Marke „Lauheit“ mit vielen Fragen gemäß dem Motto „ich kenne mich jetzt gerade mal nicht aus und eigentlich ist es doch auch egal“.

    Ich komme immer mehr zur Erkenntnis durch all die bislang hier gelaufenen Artikel von mir, dass mein „von Gott gemachtes ICH“, meine Berufung direkt ist … unmittelbar in meiner engste Umgebung, meiner Nachbarschaft, meiner Familie, meiner Gemeinde und meiner Kollegen.

    Ich weiß nicht, ob ich dir da nahe genug bin, dass du mich verstehst. Aber meine Gaben und Fähigkeiten, die ich durch den Umwandlungsprozess von Abba durch Lebenssituationen und/oder auch durch Lebenskrisen erfahren habe, sind Potential und Dynamit genug im engsten Kreis „Licht und Salz“ zu sein.

    Dieses Licht und dieses Salz nutze ich dabei noch nicht einmal voll aus. Aber es ist mir bewusst geworden, dass hier – 5 cm von mir entfernt – ein riesengroßes „Missionsfeld“ liegt. Diese Erkenntnis muss man erstmal haben und annehmen.

    Es heißt nicht, dass ich sichtbare große Taten damit verbringe und ständig im Namen des Herrn aktiv bin oder mir alles ohne Sünde glückt, aber wenn ich Menschen mit den Augen des Herzens ansehe, aus meinem Herzen der Erkenntnis und der „Neugeburt aus dem Heiligen Geist“ und irgendeine „Kleinigkeit“ zwischen meinen Gegenüber und mir fließt, kann das „Reden aus Gottes Herzen sein“ und sein Reich wird verherrlicht.

    boah .. ich habe da gerade ein Problem, damit das hier nicht „hocherhaben“ oder stolz herüber kommt. Ich sehe das völlig bescheiden und kleinlaut. Was ich einfach dir Nahe bringen möchte (aber nur, weil es mein Weg ist und es nicht deiner sein muss) … es gibt genug STILLES in mir, was meine Berufung ist, laut wird und was ich in meinem Alltag – so stinklangweilig normal er sein mag – integrieren darf …

    Soweit …

    Du unterhälst dich mit Jocky über meine Artikel oder nur über Berufung? Sonst würde mich mal interessieren was Jocky zur „Berufung Gericht und Berufung Hochzeitsmahl“ sagt 🙂
    Vielleicht sind es ja auch nicht die Griechen, die dir suspekt herüber kommen, sondern einfach nur die Amerikaner 😉

    Aber ist es nicht schon alleine faszinierend, wie Eule es sagt: berufen befreit zur Freiheit zu sein? Das allein zeigt die Vielfalt von Berufung und erweitert Horizonte (mit Gruß und Dank an Eule und Apassionata).

    Also stapeln wir doch nicht immer mit dem brennenden Dornenbusch hoch, sondern im Herzen tief …

    Segen dir und lieben Gruß!!
    Sabina

  11. So Bruder Bento, nun kommen wir zu dir …

    … wie schön, dass man sich auch noch eigenständig erbschaftssündenmäßig durch den Kakao ziehen kann, dann aber auch von Erleuchtung gekrönt ist 😀

    Nun zur geistlichen Ernstlage: ich glaube nicht, dass die Erbsünde alleine ein Problem der Katholiken ist, wobei du das ja hier scherzhaft meinst. Ich glaube schon, dass es auch ein Thema der Evangelikalen ist. Klaro – und welch ein Gnadengeschenk – wir sind von dem Fluch der Sünde durch Jesu befreit. Der Christ ansich weiß darum und lebt in dieser Gnade und in dieser Befreiung des Fluches. Doch wie viele sind dennoch gebunden an inneren Schwüren und Flüchen, wenn es da nicht Herz-Op’s geben würde? Ist das nicht Erbsünde? Ein Beispiel: jemand lebt dir in einer bestimmten Sache Unvergebenheit vor. Du lebst genau in dieser Sache diese Unvergebenheit weiter = Erbe?! So verstehe ich die Erbsünde.

    Sünde ist ja nicht zuerst ein moralischer Begriff, sondern ein „Hilfsbegriff“, um die Beziehungsstörung zwischen Gott und Menschen auszudrücken. Und was da so alles als Beziehunsgstörung vorhanden ist, da gibt es bestimmt auch genug Beispiele unter Christen, was sich so durch Generationen schleppt.

    Zur Ergänzung finde ich da den Psalm 32, den ich mal von Windhauch mitbringe, sehr schön. Also der Psalm beschreibt auch nicht die Erbsünde, aber er redet davon, zu erkennen, wo ich schief liege, mich von Gott entfernt habe und wo ich mich selbst anschauen darf und bekennen darf. Und manche Dinge sind einfach in den Genrationen falsch verankert worden, die Erweckung brauchen.

  12. Hi Bina,

    du hast nochmal meine Meinung zur ES angefragt.
    Nun, ich habe mich jetzt nicht genauer mit der Definition dieses Begriffs beschäftigt, aber ich denke, du bist da auf der richtigen Spur. Es gibt eben nur die eine Möglichkeit, diesem Fluch zu entkommen und wie Gottes ursprüngliche Ordnung wieder hergestellt wird.

    Nur haben unsere Überlieferungen da leider mehr ein „religiöses System“ draus gemacht, als dass es zu einer erlebten und gelebten Wirklichkeit für den Gläubigen geworden ist. So sind unsere Gedanken und Meinungen oft weiterhin viel mehr in den menschlichen Denk- und damit auch Handlungs-mustern gefangen, als dass sie vom lebendigen Wort Gottes erfüllt sind und dadurch mit dem Heiligen Geist kooperieren – mit dem fatalen Resultat, dass wir Gottes Wort dadurch „ungültig“ (kraftlos) machen (Mt.15.6)

    Ja – wir Christen schlafen und brauchen dringend Erweckung!

    …Gott sei Dank gibt es einige, die diesen ungesunden Schlaf stören und die Glocken läuten… 😉

    Segen

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