Gehorsam

Gottes Berufung geht viel tiefer und sehr weit und hat nichts mit „Handeln“ zu tun. Gottes Berufung hat mit meinem „Sein“ zu tun. Es geht um meine ganze Person, um mein ganzes Leben, mit Haut und Haaren, mit Geist, Seele und Leib.  All das hat das Potential, meinen Glauben mit meinem Alltag zu verbinden. Also muss ich über mich und meine Geschichte nachdenken.

Zuerst einmal ist Berufung die Art und Weise, wie Gott Menschen in sein Handeln einbezieht. Er möchte durch mich auf dieser Erde handeln. Meine Kraft, Kreativität und Begabung möchte er zum Bau an seinem Reich einsetzen. Als Christ bin ich nicht ausschließlich gerettet. Ich habe auch immer eine Aufgabe, zu der ich berufen bin. Und indem ich meiner Berufung nachkomme, entspreche ich Gottes Willen. Punkt.

Jetzt wird es aber kribbelig:

habe ich über meine Geschichte nachgedacht, habe ich einiges erkannt und habe ich Gottes Antworten im Leben erfahren, ist Berufung letztlich eine Frage des Gehorsams Gott gegenüber. Und was ist daran kribbelig? Weil ich mit Gehorsam ein Problem habe. Gehorsam löst bei mir Unbehagen aus. Viele Jahre habe ich „angepasst“ gelebt, das „freie Ich“ hatte nicht genügend Spielraum, sich zu entfalten. Immer nur Verständnis haben, sich anpassen, damit das Chaos klein gehalten bleibt, immer zurück stecken. So vieles war so dominant und mein „freies ICH“ will im Moment die Freiheit besitzen und genießen.

Ich bin gerade nicht bereit „zum Gehorsam“ – jedenfalls nicht, wenn es mir gegen den Strich geht. Gut so!? Nur das Eine schließt das Andere ja nicht unbedingt aus. Gehorsam Gott gegenüber mag sich von dem hier geschilderten abgrenzen, ist ein anderes Paar Schuhe, hat etwas mit unverdient, endloser Liebe Jesu für mich zu tun und einer Liebesbereitschaft meinerseits.

Dennoch: wenn das Gottesbild jahrzentelang verschoben scheint, gleicht Gehorsam Gott gegenüber mit überbetonten Regeln, Geboten und Gesetzen. Diese andere Seite „des Lebens im Überfluss“, die ich langsam entdeckt habe, die noch nicht so fundiert und vertrauensvoll „sitzt“, macht mich noch nicht bereit über Gehorsam nach zu denken und die Umsetzung erscheint schwierig.

Gehorsam – was löst dieses Wort spontan in dir aus?

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6 Gedanken zu “Gehorsam

  1. Früher hat das immer bei mir Rebellion ausgelöst. Sicherlich auch zu Recht, weil es leider unter Christen Machtmenschen gibt, die darin ihre Erfüllung finden, andere Menschen ständig zu drücken und sagen zu wollen, was sie zu tun haben. Jetzt erst im Alter merke ich, daß Gott so gar nicht ist!!! Ich habe meinen drei Kindern immer sehr viel Freiraum gelassen. Gehorsam, wenn ich das verlangt habe, habe ich mir das sehr gründlich überlegt, und nur dann eingefordert zum Nutzen der Kinder. Mein Hund muß leider immer gehorchen, wenn wir spazieren gehen. Aber ich sorge dafür, daß seine Gehorsamschritte positiv verstärkt und belohnt werden. Ich mache mir da wirklich Gedanken, weil ich meine Zwei- und meinen Vierbeiner liebe. Und ich glaube zutiefst, daß Gott auch sehr nachdenkt, wenn Er von seinen Menschenkindern Gehorsam verlangt. Wir verstehen das nicht immer, wir dürfen IHM aber vertrauen.(das mit Abraham und Isaak ist allerdings geistliches Schwarzbrot. Die Sara hätte da auch kein Gen für gehabt, sicherheitshalber war sie auch in diese Pläne mit Isaak nicht eingeweiht. Abraham war meines Erachtens nur gehorsam, weil er glaubte, daß Gott auch von den Toten erwecken kann)

  2. Ganz kurz und knapp:

    Gehorsam Gott gegenüber löst in mir den Wunsch aus, mehr genau diesen Gehorsam zu leben. Leider bin ich in so mancher Hinsicht weit davon entfernt – was mich echt traurig macht.

    Also: Was löst es aus? Umkehr. 🙂

    Ich hoffe es zumindest…

  3. ja das Alter ist da wirklich eine Gnade.. 😉
    wenn man nämlich da wo man doch sein „eigenes Ding“ durchgezogen hat, dann die Früchte des Ungehorsams erntet, weis man plötzlich sehr gut, was Gehorsam gegenüber unserem Vater Wert ist – das seltsame ist dabei, dass man es schon wußte, nur wollte man es nicht wahrhaben…

    aus pädagogischer Sicht ist die „Trotzphase“ mit dem Erwachsen werden vorbei – ich denke aber, es wird nur besser getarnt… und was Gottes Wort betrifft, sind wir ja irgendwie alle schwererziehbar…
    „Ich bin gerade nicht bereit “zum Gehorsam” – jedenfalls nicht, wenn es mir gegen den Strich geht.“ – der ist echt ein Knaller, Sabina! 😀

    ..es ist aber manchmal auch eine Frage, wie man sowas komuniziert: Sage statt „Ermahnung“ einfach „Ermunterung“ und ersetzte das böse G-Wort mit „VERTRAUEN“ und schon sieht die Sache ganz anders aus.. 🙂

    Segen

  4. Das mit dem Unbehagen bei Gehorsam würde ich auch kennen wenn ich mich dem Fleische nach betrachten würde.:-) 🙂
    Die trotzigen Regungen die man sehen könnte wenn wir nicht auf das gute schauen, -das in uns ist, im Hinblick auf Christus Pilemon Vers 6- sondern auf uns selbst.
    diese Dinge sind der Schnee von gestern, der noch nicht ganz weggetaut ist (ist von Haso).
    Ich hab da ein schönes Gleichnis gefunden http://helmutprivat.blogspot.com/2009/05/den-kopf-uber-den-wolken.html

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