Der kleine David

Saul gürtet David:

Er gab ihm seine eigene Rüstung, zog ihm den Brustpanzer an und setzte ihm den bronzenen Helm auf. David hängte sich das Schwert um und machte ein paar Schritte. Doch er war es nicht gewohnt.

»Ich kann darin nicht gehen«, sagte er zu Saul, »ich habe noch nie eine Rüstung getragen.« Er legte alles wieder ab.

Dieses Bild begleitet mich schon eine ganze Weile. Da stelle ich mir den kleinen David so vor. Nicht viel größer als ich. Längst auch nicht erwachsen, sondern noch Kind. Wer sagte doch gleich, er sei ungefähr 160 cm? Vielleicht schaue ich ihm aber auch wirklich in die Augen, weil noch 3 cm fehlen … nun … so klein wie er ist, stapft er durch das Leben, ist stark und kämpft. Er selber sagt: „mit Löwen und Bären hab ich kämpft“. Er selber sagt: „Gott selber war es, der mich vor den Krallen der Löwen und den Krallen der Bären schützt.“

Dieser kleine David rüstet sich. Will gewappnet sein, für das was vor ihm liegt: dem erbitterten Kampf. Mit dem Schutz der Welt wird er gegürtet mit Brustpanzer, Helm und Schwert. Lasten liegen und ruhen auf ihm, so wie die Welt sich zu schützen vermag. David schlurfte so vor sich hin, meintlich gut vorbereitet für den Kampf, der König persönlich gürtete ihn.

Und David?

»Ich kann darin nicht gehen«

… und er legte alles ab. Man könnte auch sagen: er warf einiges über Bord. Er kannte die Kraft seines Gottes – diese Kraft, die  ihn vor den Krallen der Löwen bewahrte. Nur mit 5 Kieselsteinen und einer Schleuder ging er den Philistern entgegen. Wie peinlich … so ein Kleinwüchsiger … leichtes Spiel für Goliat … wäre doch gelacht.

David legte dennoch das Schwert ab, nur ein Schwert zückte er: die Worte

Du trittst gegen mich an mit Säbel, Spieß und Schwert? Ich aber komme mit dem Beistand des Herrn.

Bibelkenner kennen den Ausgang der Geschichte …

… Versuche dir einfach mal für einen kurzen Augenblick vorzustellen, wie du diese Begebenheit für deinen Alltag umsetzen kannst. Es geht hier nicht um die geistliche Waffenrüstung nach Epheser 6. Es geht um eine Rüstung der sichtbaren Welt, die uns hier und da vorgaukelt in Sicherheit zu leben: die all inclusive Versicherung für jede Lebenslage. Lautere oder Unlautere Maßnahmen scheinen zu wappnen, so kann einfach nichts passieren, egal wie groß Goliat ist, egal wie die Wirtschaftskrise heißt, egal was die Mark wert war, egal was in unseren Familien passiert: die Rüstung scheint perfekt.

Aber tief in dir spricht das kleine Herz, nicht viel größer als David, dass dir den Gott zeigt, der dich schon längst vor den Krallen des Löwen beschützt und weißt sachte darauf hin, die Waffenrüstung doch zu wechseln.

Wow, wie viel hat diese altestamentliche Geschichte doch einen neutestamentlichen Bezug und noch viel besser: einen konkreten Bezug für mein persönliches Leben. Und wie oft haben wir schon erlebt, dass wir einen großen Kampf nur mit Hilfe des Beistandes Gottes gewonnen haben!

Rüstet euch gut für diesen Kampf! Die Wahrheit ist euer Gürtel und Gerechtigkeit euer Brustpanzer.

Macht euch auf den Weg, und verkündet überall die rettende Botschaft, dass Gott Frieden mit uns geschlossen hat. Verteidigt euch mit dem Schild des Glaubens, an dem die Brandpfeile des Teufels wirkungslos abprallen. Die Gewissheit, dass euch Jesus Christus gerettet hat, ist euer Helm, der euch schützt. Und nehmt das Wort Gottes. Es ist das Schwert, das euch sein Geist gibt.


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8 Gedanken zu “Der kleine David

  1. Vieles hat sich erst beim Schreiben entwickelt. Fasziniert hat mich einfach „nur“ der schlichte Gedanke, dass David sagte: „ich kann so nicht laufen“. Mich berührt das viel tiefer, als ich hier zugeben kann, was hier im Text auch nicht rüber kommt.

  2. Wirklich beeindruckend wie Du biblische Begebenheiten auslegen kannst. Sogar politische Verbindungen mit Wirtschaftskrise, wäre mir hier nicht eingefallen. Der David war Schafshirte und mußte die Schafe vor wilden Tier schützen. Er ist innerlich das geblieben und hat sich so nie verstellt. Nur das habe ich auch für mich mitgenommen.Man soll sich nie innerlich verbiegen und die Fähigkeiten spielen lassen, womit Gott ausrüstet.

  3. Das sind einfach nur so meine persönlichen Empfindungen und ich habe den Hang für „bildliche, visuelle“ Vergleiche. Was für uns Frauen aber nicht untypisch ist, du hast ja auch schöne bildhafte Vergleiche mit Tieren. Theologische Auslegungen sind es bei weitem nicht, aber wer weiß … hier und da vielleicht ja doch 😉 – wenn was verkehrt ausgelegt ist, dann hoffe ich doch, dass die Theologen unter uns hier eingreifen.

  4. Irgendwie muß ich ja zusehen, daß ich das biblisch Gelesene für mich in den Alltag übertrage und damit leben kann, rausfinde, was mir Gott damit sagen will. Über den Hund ist mir plastisch klar geworden, daß Gott uns wohl nie verlassen würde, wenn wir Mist bauen und ungehorsam sind. Mein Hund wollte heute früh sich mit einen Rüden anlegen, was ich natürlich unterbunden habe. Dennoch liebe ich meinen Dampftopf auf vier Beinen und würde ihn niemals weggeben. Gott würde mich auch nie weggeben, ist mir so klar geworden. Der David hat ja auch dieses Grundvertrauen, daß ihm Stein und Schleuder genügen. Er kämpft mit vertrauten Mitteln von Gott gegeben und von Gott getragen.

  5. Ach ja, es ist ja nicht so, dass Theologen nix falsch auslegen könnten … da müssten sie ja zu allen Themen einer Meinung sein. Und das sage ich als Betroffener! 😉

    Deine Bilder finde ich sehr schön, gerade das mit dem Ablegen von Sicherheiten (der Rüstung). Dazu braucht es aber viel Mut und Vertrauen auf den, der uns stattdessen beschützt.

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