Farbe in unserem Leben

Passend zur Impulswoche „mutig sein“: … irgendwie frage ich mich diese Tage sehr oft, wie ich noch mehr Farbe bekennen kann und irre so ein bisschen ratlos durch die Gegend.  Es ist nicht so, dass ich dabei nicht funktioniere. Im Gegenteil … gerade jetzt, wo wir so viel umstrukturieren, funktioniere ich gut … aber nach meinem Geschmack möchte ich genau in dieser Phase der Umstrukturierung einfach mehr Salz und Licht sein. Nur ich weiß oft nicht wie, denn der-/diejenige will das ja auch gar nicht hören … also taxiere und lote ich noch aus … ohne zu erstarren!

Dieser Freund schreibt mir aus dem Herzen, wenn er sagt:

Wir machen immer wieder die Erfahrung, WIE wichtig es ist, Farbe zu bekennen. Sich offen und in ganz alltäglichen Verhaltensmustern zu einem Leben mit Gott zu bekennen ruft mehr Stirnrunzeln und mildes Lächeln als Verständnis oder Interesse bei anderen hervor – selbst bei Gemeindemitgliedern.
Die Ablenkung und Versuchung durch unser irdisches Wohlstandsdasein sind SO riesig, dass das Wesentliche unseres Lebens aus dem Blick und dem Bewusstsein schwindet. Welch eine Not! Und die Betroffenen selbst sehen es ganz anders!

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4 Gedanken zu “Farbe in unserem Leben

  1. Mmmhm, interessante Gedanken. „Funktionieren“ ruft bei mir als Wort allerdings immer einen gewissen Brechreiz hervor. Funktionieren ist irgendwie… grau. Um bei Farben zu bleiben. Ich kenne dagegen gut und recht oft den „flow“ – und der ist voll bunt. Am richtigen Ort, das richtige zu tun unter der richtigen Belastung… toll.
    Ansonsten: hier berichten gerade ein paar Leutchen aus der Gemeinde, wie sehr sie damit auffallen, dass sie in der jetzigen Krise einfach keine Panik schieben, sondern gelassen bleiben und schlicht sagen: ach nö, ich habe doch Jesus….;-)

  2. Es gibt ein mittel-altes Lied. Es heißt:“Farbe kommt in dein Leben“. Es begleitet mich schon fast mein ganzes Leben. Und immer wieder muss ich feststellen: auf der einen Seite möchte ich ein farbiges Bild malen und auf der anderen bin ich doch grau-in-grau und komme nicht über meinen Schatten. Das habe ich letztens erst wieder traurig feststellen müssen. Wo ich mich dann frage: Wo ist der Unterschied, der ich sein möchte zu anderen Menschen? Warum verstecke ich mich immer wieder, wenn bestimmte Themen über Glauben und was ich so denke, angeschnitten werden? Ich stelle fest: Angst ist das Hauptproblem. Da kommen die Fragen auf: Hast du dich mit dem angesprochenen Thema überhaupt schon genug auseinander gesetzt, dass du Farbe bekennen kannst? (Ich meine es jetzt allgemein, kein spezielles Thema) Wie denkst du nun darüber? hast du eigentlich eine Meinung? Es ist echt nicht einfach, Profil zu zeigen und das auszudrücken, was man denkt.

    Beispiel: Gestern kam beim Chinesen zu Mittag das Thema „Gibt es Gott“ auf den Tisch. Da berichtete ein Kollege, dass seine Tochter von der Schule kam und meinte, dass es keinen Gott gäbe (sie hatten wohl gerade die Evolutionstheorie durchgenommen). Ich habe gar nix dazu gesagt. Einfach nur geschwiegen. Man hatte mich (obwohl man weiß, dass ich Christ bin) nicht direkt darauf hin angesprochen und nach meiner Meinung gefragt. Nur in mir kochte es. Ich dachte mir: Was erzählen die den Kindern für einen Scheiß an der Schule? Aber ich wusste nicht, was ich hätte sagen sollen, außer: Das sehe ich anders. Ich hasse solche Abwehrhaltungen. Da kommt man immer in die Situation, dass man seine Position verteidigen muss. Mir ist es da lieber, gar nix zu sagen. Wodurch ich aber auch meine Position nicht klar gemacht habe (natürlich kommt nun die Frage: Musst du das?) Es wäre ja mal wieder die Chance gewesen, zu erzählen, was ich so mit Gott erlebe und was ich so denke. Dann hätte ich ein kleines Bild gemalt. Wäre das in Farbe gewesen? Daran zweifel ich irgendwie.

  3. Ach @ Wegi … da würde ich sogar mit dir um die Wette kot… äh … Magensambatanzen 😉 Mit „Funktionieren“ meine ich augenblicklich den Job, den ich nu mal tun muss und auch gerne mache, mit zu planen und mit umzustrukturieren und auch einige Spannungen auszuhalten … wie öfters mal im Leben.
    Dieses Leistungsdenken und der Unmut mancher Leuts kann auch im geistlichem Bereich eher hinderlich sein und all zu schnell vergisst man dann die Gnade, weil in der Welt – und gerade in der Arbeitswelt – alles andere als Gnade vorgelebt wird. Der „Druck“ ist dann noch verstärkt, wenn man ein wenig übermüdet ist … aber das hatten wir doch schon alles mal, gell? 😉
    Wie gut, dass es ein paar Leute gibt, die einen dann erinnern: ach nö, ich habe doch Jesus. Nur gerade DAS würde ich ja gerne meinen Kolleginnen weitergeben … nur da fehlt mir die Fantasie oder die Begabung oder schlicht … ICH denke ich muss mehr auf Jesus hinweisen und eigentlich ist mit der Gabe, die ich habe und auch dankbar einsetze, alles gut und Gott will eigentlich gar nicht mehr.

    Und genau in die Richtung @ Maze gingen auch meine Gedanken, als ich „das Beste“ heraus holen wollte. Doch … in dem uns bekanntem Lied heißt es auch: DER MALERMEISTER malt 🙂 Ist das nicht nett 😉 Ich glaube wir denken zu viel nach, statt einfach zu „sein“ *räusper, muss mich selber immer daran erinnern*

    Ich habe diesen Freund, den ich zitiere und dem es wirtschaftlich in der Firma noch schlechter geht und der mir sagte, sein Auftrag sei wohl unter anderem am Arbeitsplatz seelsorgerlich zur Verfügung zu stehen, gefragt: wie das konkret aus sieht und ob er dabei „missioniert“ (um es mal kurz und knapp auszudrücken).
    Seine Antwort bestätigte mich: „In der Firma versuche ich vor allem ein offenes Ohr zu haben, mich an manchen Klatsch-Themen einfach nicht zu beteiligen, bei Gelegenheit einfach ehrlich und persönlich nach dem Ergehen meines Gegenübers zu fragen, echtes Interesse zeigen, auf manche Bemerkung vielleicht tiefer einzugehen – wenn es passt. Missionieren tue ich in dem Sinne nicht, wohl aber zu manchen Alltagsthemen klar Position beziehen, wenn Leid, Trauer, Unglaubliches in Gesellschaft / Umfeld zur Sprache kommen.“

    Also Maze … das Werk vollendet der Malermeister und wir dürfen wie du @ Josef es sagst, die Farben mit genießen. Danke für eure Beiträge und genießt den Feierabend!! 🙂

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