Esther oder „Gott hat einen Plan“

Familiengottesdienst und eine DVD zu Hause … es geht um Esther.

Drei Dinge faszinieren mich an der Geschichte von Esther:

  1. Gott scheint frühzeitig einen Plan mit Esther gehabt zu haben, denn vielleicht ist sie ja genau aus diesem Grund Königin geworden, damit sie eines Tages die Juden retten kann. Gottes Plan wird Wirklichkeit. Gott hat irgendwie immer einen Plan.

  2. Esther ist nicht nur schön, sie ist vor allem mutig. Sie riskiert ihr Leben, denn keiner darf ungefragt und unaufgefordert vor den König treten. Sie ging das Risiko ein, hingerichtet zu werden.

  3. Bevor Esther mit ihrem Anliegen zu dem König geht, betet und fastet sie 3 Tage lang und spricht zu Gott „Deine Worte sollen aus mir sprechen“. Nicht nur sie, auch ihre Dienerinnen fasten und sie bittet ihr Volk: „fastet für mich“.

Genau dieser dritte Punkt stimmt mich sehr nachdenklich: wo ringen wir noch gemeinsam im Gebet vor Gott. Alleine oder geschweige denn mit der ganzen Gemeinde, der Familie oder mit Freunden. Ein Ringen drei Tage lang und drei Nächte lang. Wie sehr achten wir auf unsere eigenen Geschicke, senden schnell ein Notgebet gen Himmel und setzten mehr den Verstand ein, statt zu bitten:

Deine Worte sollen aus mir sprechen“ .

Zur Geschichte:

Mordechai hatte eine Cousine namens Hadassa, die auch Esther genannt wurde. Ihre Eltern lebten nicht mehr, deshalb hatte Mordechai sie als Pflegetochter angenommen. Ihre jüdische Abstammung verschwieg Esther; so hatte es ihr Mordechai eingeschärft.

Die Frau des Königs Xerxes, Königin Waschti, war sicherlich auch eine sehr mutige Frau, weil sie sich dem König widersetzte und sich nach einigen Tagen Trinkgelager nicht vorführen lassen wollte. Dennoch zahlte sie mit der Krone und wurde verbannt.

Natürlich bleibt ein König nicht lange alleine und so führte man ihm Jungfrauen vor, doch keine gewann seine Gunst. Bis auf Esther. In seinen Augen stellte sie alle anderen Mädchen weit in den Schatten.

Eine Tages … man plante einen Anschlag auf den König. Mordechai erfuhr davon, erzählte es Königin Esther, und die meldete es dem König. Die Nachforschungen wurden für richtig befunden, die beiden Attentäter überführt und all dies wurde ins Geschichtsbuch eingetragen.

Später nun wurde ein Mann Namens Haman Fürst am Königshof. König Xerxes erteilte ihm Macht, alles Volk verbeugte sich vor Haman, nur Mordechai verneigte sich nicht vor ihm. Welch eine Schmach für Haman und er plante Rache. Unter einem Vorwand erschlich sich Haman weitere Macht, so dass der König seinen Siegelring vom Finger zog, ihn Haman gab, dem erbitterten Feind der Juden, und ihm sagte: „Hol dir das Geld dieses Volkes! Und mit den Leuten selbst kannst du tun, was du für richtig hältst.“

Haman wollte das Volk ausrotten, so befand er es für richtig. Doch Mordechai suchte den Zugang zur Königin Esther und ließ übermitteln, was vor den Toren des Palastes abgeht und er bat sie, beim König für ihr Volk um Gnade zu flehen.

Esther, in ihrer heilen Welt nichts ahnend, war entsetzt und wusste dennoch nicht, was sie tun sollte, Sie war ratlos und suchte den Kontakt zu Mordechai und sein Rat war: „Glaub nur nicht, dass du als einzige Jüdin mit dem Leben davonkommst, nur weil du im Königspalast wohnst! Wenn du jetzt nichts unternimmst, wird von anderswoher Hilfe für die Juden kommen, du aber und deine Familie – ihr werdet sterben! Vielleicht bist du gerade deshalb Königin geworden, um die Juden aus dieser Bedrohung zu retten!“

Esther besann sich: „Fastet für mich! Esst und trinkt drei Tage und Nächte lang nichts! Ich werde mit meinen Dienerinnen ebenfalls fasten.“


Zwischenzeitlich ließ Haman einen Galgen für Mordechai errichten, so groß war sein Hass.

Dann tat Esther das mutigste alle mutigsten Taten: sie trat ungefragt vor den König, riskierte die Todesstrafe und alle Fürsten erstarrten vor dieser Dreistigkeit. Doch Esther fand Gnade.

Dennoch … auch jetzt fällt sie nicht mit der Tür ins Haus. Erst einmal lädt sie den Fürsten Haman und den König Xerxes zu einem Mahl ein und wiederholte an einem weiteren Tag diese Einladung.

Und dann sprach Esther: „Wenn es dir gefällt, mein König, dann gewähre mir eine Bitte: Rette mir und meinem Volk das Leben! Man hat sich gegen mich und mein Volk verschworen und will uns ausrotten. Niemand von uns soll am Leben bleiben! Hätte man uns nur als Sklaven und Sklavinnen verkauft, so hätte ich geschwiegen. Dies wäre es nicht wert gewesen, den König damit zu behelligen.“

Da fragte Xerxes Königin Esther: „Wer wagt, so etwas zu tun? Wo ist dieser Verbrecher zu finden?“

So wurde Haman am eigens erbauten Galgen gehängt und Mordechai geehrt, denn man sich besann sich des Nachts aus dem Geschichtsbuch, dass genau Mordechai es war, der damals das Attentat auf den König rechtzeitig vereitelte. Nun hatte Esther hatte eine weitere Bitte: „Wenn mir der König seine Gunst erweisen möchte und er meine Bitte für gut hält, dann möge er den Erlass aufheben, den der Agagiter Haman verfasst hat, um die Juden in allen Provinzen des Reiches zu vernichten. Ich kann nicht mit ansehen, wie mein eigenes Volk ins Unglück stürzt und untergeht!“

Da sagte König Xerxes zu Esther und dem Juden Mordechai: „Ich habe Esther Hamans Haus geschenkt. Ihn habe ich an den Galgen hängen lassen, weil er die Juden umbringen wollte. Doch ein Erlass lässt sich nicht mehr widerrufen, wenn er im Namen des Königs niedergeschrieben und mit seinem Siegel versehen wurde. Ihr könnt aber in meinem Namen und mit meinem Siegel einen weiteren Erlass herausgeben, um die Juden zu retten. Geht so vor, wie ihr es für gut haltet!“

Das Volk wurde befreit und seit dem gibt es das Purimfest. Denn als Haman, der Todfeind der Juden, sie alle töten wollte, ließ er das Los, das so genannte „Pur“, werfen, um den günstigsten Zeitpunkt für seinen Plan herauszufinden. Als Xerxes davon erfuhr, befahl er in einem Schreiben, Haman solle dasselbe Schicksal erleiden, das er den Juden gewünscht hatte.

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5 Gedanken zu “Esther oder „Gott hat einen Plan“

  1. Es ist witzig: Esther haben wir gerade im Hauskreis fertig gelesen. Am Mittwoch hatten wir kapitel 9 und 10 🙂

    Esther erstaunt mich immer wieder. Es ist zum einen ihr krasser Gehorsam ihrem Onkel und Gott gegenüber.

    Naja… so ganz freiwillig hat ist sie dann aber auch nicht zum König gegangen, sondern hatte einen heiden Schiss. (kann ich gut verstehen – ginge mir auch so, wenn es nur 2 Möglichkeiten gibt und die sind „Hallo, schön das du da bist“ und „Kopf ab“). Mordechai hat ihr dann eingeschärft zum König zu gehen, in dem er sagte (und das wiederrrum ist auch echt krasser Glaube): „Das Volk wird schon gerettet werden – auch ohne dich. Aber du wirst dein Leben an dem Tage nicht retten können, wenn du nicht zum König gehst. Vielleicht bist du genau deswegen Königin geworden.“

    Somit wird sie wahrscheinlich 1+1 zusammengezählt haben und sich denken: hm.. ob tot oder tot ist jetzt nicht so ganz der Unterschied. Nur ist Gott größer als Xerxes… da ist die Chance zu überleben größer…

    Für mich ist die Geschichte echt schwer vorstellbar – also mit allem, was da so abgelaufen ist – weil es so anders zu heute ist. Berauschende Feste werden heute noch gefeiert. Aber gleich 7 tage lang? 🙂 Dann ein Frauen und ein Männerfest? und dann die ganzen Daumen hoch und Daumen runter Geschichten. Ich mein: Haman schlägt was vor (Ausrottung eines ganzen Volkes) und dem König sind die ganzen Menschen egal. „Ja mach mal…“ Dann wiederrum macht Esther einen anderen Vorschlag: „An dem Tag wo wir hätten ausgerottet werden sollen, vernichten wir unsere Feinde.“ Der König: „Ja.. mach mal… find ich nett. – Und ach ja: der Vorschlag die Söhne Harmans (die getötet und dann umgebracht wurden lt. Luther *g*) dann am Galgen aufzuhängen ist auch nicht übel.“ Ok … das ist jetzt alles ein wenig Salopp gesprochen – du hast es korrekter dargestellt und nicht so überspitzt wie ich jetzt gerade, aber das ist so, was ich so festgestellt habe…
    Esther war ein echt kluges Mädchen. Ob sie hübsch/schön war kann ich nicht beurteilen, das soll ja im Auge des Betrachters liegen, aber ich muss zugeben, dass sie mich wohl echt fasziniert. Zum Glück gibt’s in jeder Generation hübsche und kluge/weise Mädels 🙂

    Was ist das eigentlich für ne DVD? 🙂

  2. Das Purimfest ist übrigens die jüdische Version von Karneval. Da wird ausgelassen Party gefeiert, man verkleidet sich, isst was leckeres und beschenkt sich. Das mit dem Verkleiden hat mit dem Umstand zu tun, dass das Wort „Gott“ an keiner Stelle in dem Buch genannt wird (das einzige biblische Buch dieser Art) und die jüdische Tradition sagt, dass selbst Gott sich an dem Tag verkleiden würde…
    Auch der Synagogengottesdienst an dem Tag ist ein Freuden- und Dankgottesdienst in dem – natürlich – das Buch Esther vorgelesen wird.

  3. Sehr cooler Post! Deine Worte „wo ringen wir noch gemeinsam im Gebet vor Gott. Alleine oder geschweige denn mit der ganzen Gemeinde, der Familie oder mit Freunden“ sprechen mich sehr an. Das ist eine sehr gute Frage und richtige Ermahnung an uns alls!

  4. Ich schließe mich auch den Worten von Martin an, dachte genau das Gleiche. Ehrlich aus mir sprechen sicherlich nicht so die Gedanken Gottes. Da gibt es so viele konkrete Dinge, die mich beschäftigen. Aber wie Esther möchte ich vertrauen, daß Gott in allem Geschehen den Überblick hat. Hoffentlich, wenns darauf ankommt, schenkt mir Gott dann Kraft, Mut und Courage. Aber das weiß man dann nie im Vorhinein, erst wenns konkret wird, ist Gott mit dem für uns Nötigem zur Stelle.

  5. @ Maze …ein Glück, wenn es kluge und weise Mädels in jeder Generation gibt, da Esther ja nu auch nicht mehr lebt. Die DVD habe ich nu verlinkt mit dem Link der auf die DVD hinlinkt 😉

    @ Rolf … Danke für den Hinweis des jüdischen Karnevals. Stimmt … das Wort Gott kommt da nicht vor, dennoch bin ich überzeugt, dass Gott gehandelt hat, einen Plan hatte und die Gebete von Esther nicht unerhört blieben … so mein Denken.

    @ Martin … herzlich Willkommen erst einmal 🙂 Ja … genau darum ging es mir hauptsächlich: im Gebet ringen. Ich selber bin da lau.

    @ Apassionata … ich hoffe auch, dass ich nächste Woche Mut und Courage habe …

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