Wenn man wagt, zum Luft- und Wasserläufer zu werden …

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe, aus ein paar sonnenhellen Tagen, sich so viel Licht ins Herz zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.


Goethe, obwohl der gar nicht so richtig an das Erlösungswerk glaubte.

Montag …

Wir trafen uns auf einer Sitzung. Ich fragte sie „möchtest du am Sonntag mit zum Godi?“. Die Antworten waren verständlich, der Grund nachvollziehbar, dennoch: es war eine Absage. Meine Antwort „wie du meinst, was wichtig ist“ klang traurig, denn da brannte doch mal ein Herz, dass die Himmelsleiter erklimmen wollte.

Mittwochmittag …

Es ist nicht typisch, dass ich nach Hause gehe, um mich mal kurz auf das Ohr zu hauen, um dann wieder fit für den Tag am Nachmittag zu sein. An diesem Tag aber nutzte ich eine lange Mittagspause, die selten mir im Büro so vergönnt bleibt. Als ich nach einem kurzen Schläfchen aus der Wohnung ging, trafen wir uns. Sie kam gerade vom Einkauf, wir treffen uns sonst selten. Sie sagte „… du ich war Montag nicht so gut drauf, ich möchte aber gerne am Sonntag wieder mit. Mir fehlte doch in letzter Zeit so viel, ich will.“  Sicherlich hätte sie mir das auch irgendwann am Samstag per sms mitgeteilt, aber so war es nun verbindlich und wer weiß, was bis dahin noch so dazwischen kommen könnte. Außerdem …. wir verabredeten uns für Donnerstag, dass ich nach dem Feierabend mal auf einen Kaffee klingel.

Mittwochabend …

Treffen mit der Frauengruppe. Dieser Bibeltext, den ich gestern aus Lukas 14 ab Vers 15 gepostet habe, stand im Kalender. Übrigens nur noch mal so für dich: wenn ich die Bibel zitiere, ist dieses Zitat immer verlinkt, so dass du dir selber den Kontext anschauen kannst, so fern du magst. Zurück zu meinem Kalenderblatt: mich schockte meine Position. Mein inneres kritisches ach so bescheuertest ICH sah sich sofort auf der „Verliererseite“: so beschäftigt, so von Terminen getrieben, so schlecht, so „ich kenne diese tausend Ausreden“,  so … eben nicht dabei.

Auf die Frage „wo stehst du“, kam die knappe Antwort von mir „…auf der linken Seite“ (weil der Text der beschäftigten Leute auf der linken Seite des Kalenders stand). Der liebevolle Blick von Sylvia erwärmte mein Herz und lud mich ein, es anders zu verstehen. Mit diesem Blick Sylvia, hast du mir mehr gegeben, als du ahnst, du bist ein Geschenk Gottes für mich als du sagtest: „Sicher haben wir uns grundsätzlich einladen lassen und sind schon längst dabei. Die Frage ist doch nur: kommen wir auch immer wieder.“

Diese Worte hallen einfach heute noch bei mir nach und ich bin stolz Bettler zu sein, verkrüppelt, blind, gelähmt und Landstreicher (gemäß Lukas 14, 15 ff).

Donnerstagnachmittag …

Ich klingelte, um mir den verabredeten Kaffee abzuholen. Den Banktermin, den ich mir schon so lange vorgenommen habe, lasse ich auch heute noch mal sausen. Die Banken sind ja eh pleite, niemanden geht es mehr gut. Kaffee und Smaltalk, nichts tiefgreifendes, einfach Gemeinschaft. Das tiefgreifende kommt schon von ganz alleine, als sie von sich erzählt …

Freitagnachmittag …

Mein „großer Bruder“ sagt mir „… ich hatte euch ja gewarnt, dass ich vorhabe übers Wasser zu laufen und jetzt braucht sich doch niemand zu wundern, wenn der eine oder andere Schritt tatsächlich gelingt.“ Nun gelegentlich schmeißt man mit großen Kissen nach seinen Brüdern, wenn sie einen ärgern. Das müssen sie aber aushalten, das ist nu mal die Aufgabe von kleinen Schwestern.

Dann lese ich bei Rolf das auch er immer mehr die Luft schnuppert und konkretes erlebt. Gibt es was schöneres, wenn sich Gottes Herrlichkeit immer mehr in unserem Leben offenbart?

Und ich meine sogar, wir Christen müssen aufwachen aus unserem Dornröschenschlaf!!

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Ein Wassertropfen als Krone zieht seine Kreise

Danke für deine Mail, Birte.

Draußen aber fährt jemand traurig vorbei … sieht, dass ich zu Hause bin und traut sich nicht. Verständlich auch diese Reaktion und diese Entscheidung, denn den Kampf, den wir gekämpft haben, war ein schrecklicher.  Ich habe mich vom Widersacher benutzen lassen, dass meine  Wunden zum Schauplatz eines geistlichen Kampfes wurden. Und vieles fand da statt, was du nicht sehen konntest, weil nur der Heilige Geist offenbart.

Dennoch setzt er uns frei, Jesus ist und bleibt der Sieger. Das Leben gleicht dem Siegfried aus der Nibelungensage: rein gewaschen durch das Blut und ausgestattet mit einem Panzer der Waffenrüstung … da gibt es aber das Lindenblatt: klein und herzförmig. Mitten im Herz, da bin ich angreifbar und das weißt der Teufel. Um so mehr nutzen doch bitte gerade wir Bodenläufer die Macht des Gebetes und die Autorität  durch das Kreuzes, weil …

es ist schon längst vollbracht, Herz begreife es.

… und mein Gebet für dich mein Freund ist, dass das Gute in deinem Herzen bleibt und das Schlechte Heilung erfährt in Jesu Namen. Amen.

Samstag

Mit dieser Freude im Herzen dann dieses Kaffeetrinken in der Stadt und das weiterverschenken der Erkenntnis, wer und was mich in den letzten gemeinsamen 20 Jahren und weit darüber hinaus getragen hat. Abends dann … Christof ist wieder da, so schnell habe ich gar nicht erwartet, das er postet. In der geistlichen Welt erahne ich das Ausmaß dieses Erlebnisses … Gänsehaut.

Ein Anruf. Ich nicht da, der AB … hm, das will ich hier so nicht hören, es schreit nach Ungerechtigkeit. Ich habe allen Grund sauer zu sein. Worte allerdings werden es nicht besser sondern schlimmer machen, aber das Gebet in der Stille, dass den Angreifer zurück weißt  … und außerdem …  gerade wurde ich doch frisch erinnert: „wenn du eine gute Erfahrung machst, dann wirst du sie brauchen für den Kampf. Der Teufel wird dich genau dort angreifen, wo du meintest voran gekommen zu sein. Kämpf dich durch und weigere dich, deine Freude von etwas anderem als von Gott zu nehmen! Und der Gegner wird weichen. Segen!“

Danke, dieser Segen fließt gerade! Rückruf … sicherlich kein Einlenken, keine Entschuldigung. Das eigentliche Thema wird natürlich vermieden. Aber Sanftmut in der Stimme und normaler entspannter Austausch. Mittlerweile verstehe ich die Sprache, die der oder die andere spricht und „zaghafte Liebe“ übermittelt, auch wenn ich sie mir anders wünsche.

Sonntag …

Meine Nachbarin und ich, also die andere, von der ich auch schon mal schrieb … wir beide gehen zum Auto und wollen zum Godi. Beide haben wir allerdings auch unseren Müllsack aus der Küche dabei, denn die Tonne steht in der Nähe des Autos.

Welch ein Bild, da fällt mir doch das Zitat aus der Vorwoche ein: „Wie diese Tasse …“ entgegnet der Weise „… bist du randvoll mit deinen Ansichten, Meinungen, Spekulationen. Wie soll ich dir etwas erzählen, wenn du nicht erst deine Tasse leerst?“ … gesagt habe ich dann zu ihr: „wie schön, jetzt geben wir doch unseren Müll einfach mal bei Jesus ab und lassen uns neu füllen.“

Ein sehr schöner Godi, viel Lobpreis und beide waren sie da. Die Eine und die Andere. Und dann die Rückfahrt … bin zweimal gefahren, geht nicht anders. Die Eine: „…der Donnerstag war schön und ich habe mich gefreut heute hier zu sein“. Die Andere: „… ich habe da mal eine Frage.“ … und wir sprachen miteinander und ich lud sie ein – zum dem Fest, wie in Lukas 14 beschrieben – weil Jesus doch gerade besonders auch sie meint, mit all dem Müll aus der Vergangenheit, den wir nu mal nicht rückgängig machen können.

Never ending

… diese Geschichte, die Jesus hier mit dir und mir schreibt, ist noch lange nicht zu Ende, aber dieser Post! Und ich setze mich zu  dir Apassionata auf den Boden und werde meinen Nachmittagskaffee (in Gedanken ist es ein Eierlikör) mit dir trinken und mit dir zusammen schweigen.

Und ich werde zum Friedhof fahren, dort eine Blume niederlegen, weil Jesus es gefallen hat, das Oma am Sterbebett (vor 5 Jahren) so lange gewartet hat, bis ich bei ihr war und dies für mich das schönste Geschenk (trotz aller Unschönheit des Loslassens) war, als sie  in meiner Gegenwart einschlief. Ein Geschenk deshalb, weil sie die Frau war, mit der ich ein so inniges Verhältnis hatte, die mir Nestwärme schenkte und vor der ich mein Leben Jesus übergab. Und Geschenk deshalb, weil Jesus es zu gelassen hat, dass ich nicht einfach nur so unpersönlich per Telefon benachrichtigt wurde.

Ich werde den traurigen Freund mitnehmen mit dem ich am See des Rückzugsortes saß, als die Schlange (Eine Natter, auch Unke genannt) aus dem Gebüsch kam und ich werde dir erneut das Kreuz zeigen, dass diese Schlange besiegt hat und das die Einladung zum Fest für jeden gilt!!

***

Alles sehr persönlich, was ich dir heute schreibe, aber so ist nu mal Gott. Ein Gott zum anfassen und zum erleben.

***

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Ein Gedanke zu “Wenn man wagt, zum Luft- und Wasserläufer zu werden …

  1. Ach wir trinken gemeinsam Beides, Eierlekör und Kaffee. Danke, daß du mich zu mir gesetzt hast. Dein Post hat mir gut getan. Auf unsere Lebenssituation kommt mir neben den Gedanken, daß Jesu alles für uns getan und IHM von unseren Fragen und Zweifeln nichts fremd ist die Idee, daß das Kreuz auch Zeichen ist. Es ist Zeichen dafür, daß, wenn wir mit Gott unterwegs sind, ER Vieles an unseren inneren Gedankengebäüde durchkreutzt und Er geht mit uns Neue Wege, die wir oft nicht verstehen, wir aber im Himmel erst verstehen und einsehen. Hier gilt das Vertrauen ohne zu sehen, Spannungen auszuhalten.

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