… und plötzlich wird es ganz konkret

Sterben und Tod sind keine Themen, die uns von vornherein begeistern. Wir suchen das sprühende Leben, Bildung, Karriere, Liebe, Erfolg. Da kann uns der Gedanke an unser Ende nur stören. So schieben wir die Auseinandersetzung mit dem wichtigsten Thema vor uns her – bis es nicht mehr geht.

Der Tod nimmt aber auf unsere Abwehr keine Rücksicht. Er kommt wann er will. Der Straßenverkehr löscht unbarmherzig das Leben vieler jungen Menschen aus. Krebs, Tumore, Herzinfarkte, Schlaganfälle und Aids gehören zu den globalen Killerkrankheiten, die kaum aufzuhalten sind.

Auch wenn wir mit aller macht das Altern hinauszögern – ewiges Leben scheint nicht in unsere Genetik einprogrammiert zu sein. Wenn die Menschheit darüber hinaus mit Naturkatastrophen, Hungerelend, Terroranschlägen und Völkermord konfrontiert wird, ist endgültig klar: diese Welt ist sterblich – ein Ort des Todes.

Nicht weil wir vor dem Totensonntag stehen, entsteht dieser Artikel, sondern weil ganz konkret ein 47-jähriger Familienvater und mit ihm seine Familie mit einer unheilbaren Krankheit kämpft. Ich erlebe in Gesprächen, wie der Boden unter den Füssen weg gerissen wird. Ein Wechselbad der Ereignisse und Gefühle von Tag zu Tag. Tage der Hoffnung und dann wieder Nächte des Zerbruchs. Hier der Kampfgeist und dort die Mutlosigkeit, dann wieder ein Strohhalm. Gestern noch Lichtblicke und heute zerreißende Wut auf den Rest der Welt. Ein starker Mann. Eine verzweifelte Frau. Kinder, die nicht den Papa verlieren wollen. Doch kennen sie Gott, den Vater, der sie jetzt besonders tragen will?

Als Christ habe ich ein Angebot: den Himmel, Gottes ganz andere und neue Welt und  Jesus, durch den wir zu Gott, unserem Vater kommen dürfen.  Gleichzeitig erkenne ich jedoch einen sehr sensible Moment, in dem  Worte wie „ich komme da mal mit Gott und dem Himmel und der alles-wird-gut-Geschichte“ in diesem frischen Stadium auch weh tun kan. Denn wenn sowieso die Welt als ungerecht empfunden wird, wie viel mehr wird doch gerade dieser Gott, der dies hier zu lässt, angeklagt?

Also suchte ich etwas einfühlsames, gleichzeitig klar der Realität entsprechendes und las in der Buchhandlung die Geschichte „Der Hammer, die Pfeile und der Ofen“. Für dieses Buch habe ich mich dann auch entschieden.

Es war Rutherford, der in einer sehr schwierigen Situation gesagt hat: „Preist Gott für den Hammer, die Feile und den Schmelzofen!“

Der Hammer ist ein nützliches und sehr handliches Werkzeug. Er ist unverzichtbar, wenn Nägel eingeschlagen werden müssen. Jeder Schlag des Hammerkopfes treibt die Nägel tiefer in das Holz hinein. Doch wenn der Nagel Gefühle und einen Verstand hätte, würde er uns eine ganz andere Geschichte erzählen. 816342

Für den Nagel ist der Hammer ein grausamer, unbarmherziger Meister – ein Feind, der ihn gern in die Unterwerfung schlägt. Das ist die Sicht des Nagels von dem Hammer. Sie stimmt. Abgesehen von einer Sache: Der Nagel neigt dazu zu vergessen, dass sowohl er als auch der Hammer von demselben Handwerker gehalten werden. Der Handwerker entscheidet, wer „eingeschlagen“ wird und welchen Hammer er dafür verwendet. Diese Entscheidung ist das souveräne Recht des Zimmermanns. Der Nagel muss sich nur klarmachen, dass er und der Hammer in der Hand desselben Handwerkers liegen . . . dann wird sein Zorn verblassen, und er wird sich widerstandslos dem Willen des Zimmermanns beugen.

Dasselbe gilt für das Metall, das der rauhen Oberfläche der Feile und der heißen Glut des Schmelzofens ausgesetzt ist. Wenn das Metall vergisst, dass es selbst und die Werkzeuge der Obhut des Handwerkers unterliegen, wird es Hass und Zorn aufbauen. Das Metall muss sich daran erinnern, dass der Handwerker weiß, was er tut und dass er tut, was gut ist. Leid und Enttäuschungen sind wie der Hammer, die Feile und der Schmelzofen. Sie kommen in allen Formen und Größen vor: eine unerfüllte Liebe, vorzeitiger Tod, ein unerreichtes Lebensziel, die Scheidung der Eltern, eine in die Brüche gegangene Beziehung, ein rebellierendes Kind, der Rat des Arztes zur „sofortigen Operation“, eine schlechte Note in der Schule, eine Depression, die sich einfach nicht bessert, eine Angewohnheit, die man einfach nicht ablegen kann. Manchmal kommt das Leid ganz unerwartet . . . dann wieder entsteht es ganz langsam im Laufe von vielen Monaten, so langsam wie die Erosion der Erde.

Schreibe ich an einen „Nagel“, der angefangen hat, sich über die Schläge des Hammers zu ärgern? Stehen Sie am Rande der Verzweiflung und denken, Sie könnten keinen weiteren Tag des Herzeleids ertragen? Ist es das, was Sie niederdrückt?

So schwer es für Sie vielleicht auch sein mag – der Meister weiß, was er tut. Ihr Erlöser kennt den Punkt, an dem Sie brechen. Der Prozess des Zerbrechens und Schmelzens soll Sie neu gestalten und nicht kaputt machen.

Ihr Wert steigert sich mit jedem Tag,

an dem er an Ihnen arbeitet.

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7 Gedanken zu “… und plötzlich wird es ganz konkret

  1. Hm, finde ich sehr interessant, Dein Posting. Wir hatten gestern abend zusammen mit der örtlichen Landeskirchlichen Gemeinschaft eine Gebetsnacht, die vierte ihrer Art. Die wird traditionell immer mit dem Lied von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen“ beschlossen. In dem Lied heißt es in der 6. Strophe:

    Wollst endlich sonder Grämen
    aus dieser Welt uns nehmen
    durch einen sanften Tod;
    und wenn du uns genommen,
    laß uns in‘ Himmel kommen,
    du unser Herr und unser Gott.

    Mir fällt bei den alten Chorälen immer wieder auf, wie der Tod ein ganz natürlicher Bestandteil des menschlichen Lebens war, den man als solchen akzeptiert hat. (Noch besser kommt das bei Paul Gerhardt raus, der zu Zeiten des 30jährigen Krieges lebte).

    Heute ist der Tod der große Unbekannte, mit dem man sich – wie Du schon sagst – erst dann befasst, wenn es nicht mehr geht. Was auch sicherlich daran liegt, dass unser Leben heute sicherer, rundumversorgter und im Vergleich zu früheren Jahrhunderten in elementaren Lebensbereichen sorgloser geworden ist.

    Dass all das nichts dran ändert, dass auch wir Christen oft ratlos und sprachlos vor Situationen stehen, wie der, die Du beschrieben hast, ist natürlich was ganz anderes. Wenn jemand todkrank ist, der nicht mit Gott lebt, dann macht das die ganze Sache für uns nur noch schlimmer. Ich weiß nicht, wie ich da im seelsorgerlichen Fall reagieren würde, aber ich bitte Gott um die dafür nötige Weisheit…

  2. hallo Ct, schön, dass du hier zu kommentierst. Ich dachte, es wird ein „schweigender“ Artikel.

    Ja .. die richtige Reaktion zur richtigen Minute ist nicht einfach. Während ich die oben zitierte Geschichte vom Hammer und Nagel sehr schön finde, so bin ich dann doch unsicher, das Buch zu verschenken. Denn in der ersten Geschichte des Buches geht es um eine Beerdigung. Kann man auch in der Leseprobe erkennen. Es ist sicherlich eine Mut machende Geschichte, doch der Mann meiner Kollegin lebt und kämpft. Wenn er das Buch aufschlägt und dann zu erst eine Geschichte von einer Beerdigung liest? hm? … ansonsten ist es ein nettes Büchlein und die Geste soll zählen. Viele Menschen sind nämlich ohnmächtig schweigsam und so was kann auch falsch sein.

  3. ..ja, das ist die Sorte von Artikeln, die wohl eher selten viele Kommentare erntet – zum einen wegen der Sprachlosigkeit in Bezug auf den Tod, da sich ja selbst Christen oft genug nur „im Notfall“ mit dem Thema befassen und meist doch meilenweit von einer Einstellung wie „Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn“ entfernt sind (Phil.1,21) … zum anderen, weil der Tod doch etwas sehr persönliches ist – aber wir ja immer nur „Erfahrungen“ mit dem Tod anderer haben…

    Bei der Übertragung des AT fällt mir z.Zt. extrem auf, wie Unterschiedlich die Perspektive auf das individuelle Leben im Vergleich zum NT ist! Selbst von den regierenden Königen wird z.B. manchmal neben der Abstammung nur berichtet, wann er an die Macht kam, wie lange er regierte und ob er das nach dem Willen Gottes tat oder nicht (was dann i.d.Folge das ganze Volk betraf – Fluch oder Segen) – und wann er dann eben den Löffel wieder abgab. Ganze Völker kommen auf die Bildfläche und werden wieder platt gemacht und nur die Gottesmänner und Propheten haben überhaupt Kontakt mit Gott. Wie anders das ntliche Ringen um jede einzelne Seele! Könnte es sein, dass der uns gelegentl. suspekt anmutende Individualismus eingentl. eine „Erfindung“ Jesu, bzw. die Vollendung des menschl. Lebens auf dem Planeten ist? Wir können (und müssen!) heute selber entscheiden, wem wir unser Leben opfern…

    LG + Segen

    ps – zu deiner „Wahl der Mittel“ bei deinem Bekannten, wünsche ich dir Weisheit.
    pps – achso und „unheilbare“ Krankheiten gibt es nur aus medizinischer Sicht!…

  4. Falls hier noch jemand über “ntlichen” stolpert, wie ich, die den Bento immer auf Surfbrettern im Internet surfen sieht, sei gesagt: das heißt “neutestamentlich” 😉

    Bento, kannst du bitte auch auslegen, was du hiermit ausdrücken möchtest? (”Könnte es sein, dass der uns gelegentl. suspekt anmutende Individualismus eingentl. eine “Erfindung” Jesu, bzw. die Vollendung des menschl. Lebens auf dem Planeten ist?)

  5. uups – manchmal bringt Buchstabensparen nicht wirklich was… 😉

    nanu – bleibt das echt rätselhaft? ich dachte das wäre im gesamten Abschnitt dargelegt und führt eben zu der Situation, die wir heute haben: Wir sind selber verantwortl. und müssen (wie damals die Könige) Entscheidungen von grosser Tragweite treffen – und Jesus hat uns ja diese Würde verliehen.
    mit „suspekt“ meine ich, dass wir ja auch die andere Seite der Individualismus-Medaille kennen…

    klara?

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