Sicheres und blindes Vertrauen

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es her ist, da hat mich ein Anspiel im Gottesdienst sehr berührt. Diese Szene „verfolgt“ mich noch heute und sie kratzt an einer Baustelle von mir: absolutes Vertrauen ohne Eigenregie von Sabina.

Ich weiß nicht mehr, worum es konkret in der Predigt ging. Michael, der die Predigt hielt, zeigte uns zusammen mit seinem Sohn eine kleine Szene. Sein Sohn muss irgendwie unter 8 Jahre alt gewesen sein. Nur damit du mal ein Vorstellung von der Größe des Kindes hast.

Sein Sohn stellte sich auf einen Tisch, rücklings zum Vater. Der Vater steht hinter ihm. Abgesprochen war, dass sich das Kind fallen lassen soll und sicherlich war abgesprochen, dass auch diesmal der Vater das Kind nicht enttäuschen wird und er wird es auffangen, wie immer in all den Jahren zuvor. So weit so gut, so geplant.

Dennoch …

… als sich dieses Kind fallen ließ, schaute es nicht mit einem Blick nach hinten. Dieses Kind murmelte nicht die Frage „… jetzt? Bist du bereit?“. Der Kopf des Kindes neigte sich nicht leicht zur Seite, damit es aus dem Augenwinkel die Umrisse des Vaters erkennen kann. Es war keine Spur von Ängstlichkeit da, die erahnen ließ, dass das Vertrauen angeknackst ist. Das Kind hat den Rücken nicht steif gemacht, so als Sicherheit, falls es doch alleine irgendwo aufknallen sollte. Auch der Vater murmelte nicht wie eine Soflöse „… jetzt!“ – damit das Anspiel perfekt und ohne Zwischenspiele über die Bühne geht.

Locker, leicht und selbstverständlich ließ sich das Kind in die Arme des Vaters fallen und der Vater wurde nicht vom Gewicht und dem Schwung des Kindes umgehauen.

Die Schwellenthematik: wann immer wir eine Entscheidung treffen müssen, verlassen wir den Sicherheitsbereich und wagen einen Schritt. Getragen von dem Wunsch nach Erfolg und getrieben von der Angst des Scheiterns, so müssen wir uns dem Leben stellen. (Zitat aus der Inhaltsbeschreibung eines beruflichen Seminares, dass ich im November besuchen werde. Wie immer wird dabei sehr viel persönliches rüber kommen.)

Erst einmal werde ich mich jedoch in der Sonne unter der Vaterliebe Gottes aufwärmen und wünsche dir ebenfalls von Herzen einen tollen Tag.

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Ein Gedanke zu “Sicheres und blindes Vertrauen

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