Das Beziehungsbuch

Noch so ein Modewort ist ja das Wörtchen „Qualitätsmanagement“. Wir sind gerade dabei, die Mitarbeiter zu motivieren, alles für das Qualitätsmanagement zu tun.

Da werden Checklisten geschrieben, welche Materialien für bestimmte Untersuchungen herausgesucht werden. Es werden Prozessbeschreibungen erstellt, die eine Anleitung für den Arbeitsablauf geben. Dabei werden „Ja“ oder „Nein“-Entscheidungen berücksichtigt, um sich zu positionieren. Dann geht der Weg eben weiter auf der „Ja-Strecke“ oder auf der anderen Seite entlang der „Nein-Strecke“.

Ein Querverweis zeigt an, wenn ein neues Dokument hinzugezogen  werden muss, weil zu diesem speziellen Thema eine neue Anleitung zu berücksichtigen ist. Jede einzelne Mitarbeiterin kann sich somit orientieren, wenn die  eigentliche Fachkraft so völlig spontan ausfällt. Oh weia, welch eine Aufregung.

Da kann so ein Wegweiser à la Prozessbeschreibung  schon mal ein purer Segen sein.

An einer Verfahrensanweisung sind mehrer Personen beteiligt. Abteilung A beginnt mit dem Prozess und leitet den an Abteilung B weiter, bis am Ende alles ordnungsgemäß erledigt ist. Wo viele Köche am Start sind, da ist der Brei schnell verdorben. Weniger aber mit einer Verfahrensanweisung.

Da ich ja nun medizinisches Assistenzpersonal unterweise, steht natürlich die Sicherheit des Patienten an vorderster Stelle. Der Patient darf nicht in sein Verderben stürzen. Neben der ganzen Bürokratie im Erstellen all dieser Listen, haben sie doch erst dann ihren Sinn und Zweck erfüllt, wenn sie auch „gelebt“ werden.

Was ist nun der Motivationsfaktor, dieses Qualitätsmanagement auf die Beine zu stellen? Als erstes sei da erwähnt: Das Gesetz.

Na toll, schon wieder so eine Muss-Regel, die mir die Freiheit nimmt. Na dann wollen wir mal, bevor wir Ärger bekommen. Listen erstellen? Wann das denn noch? Überstunden vorprogrammiert.

Mit dem Motivationskick kommt man besonders weit  und keiner hat Lust die Ideologie zu leben und mit zu unterstützen. Funfaktor gleich Null. Ziel und Sinn verfehlt. Sich drücken, ist angesagt.

Als zweites sei erwähnt: Die Liebe.

Na gut, das hinkt jetzt ein bisschen. Liebe zum Qualtitätsmanagement? Ja … schlicht Liebe. Spaß und Erfolg in der Durchführung. Kein Druck, aber Ermutigung und Beteiligung aller Personen. Berücksichtigung aller persönlichen Belange. Darüber reden, austauschen und tolle neue Ideen mit einbinden. Deine Meinung ist gefragt und willkommen. Das Detail wird geschätzt und Erfolg ist garantiert. Der Patient fühlt sich wohl und vor allem sicher aufgehoben. Er dankt es dir mit Vertrauen. Warmherzigkeit und Liebe mit im Paket. Und ganz nebenbei … ein gut aufgestelltes Management verspricht sogar gewonnene Zeit und einen reibungslosen Ablauf ohne Kummer.

Neben all dem ist mir schon vor langer Zeit der Gedanke gekommen, dass die Bibel für mich so ein QM-Handbuch ist. Schon lange entdecke ich dort Leitsätze, die sich so manch ein Coachtrainer im Seminar zu eigen macht. Mich beschleicht das Gefühl, die Trainer lesen heimlich in der Bibel.

Neulich hatte ich ein Coaching in einer meiner Unterrichte. Das Gespräch mit der Dame im Anschluss war (wie sie mir in einer Mail nachträglich schrieb) „genussvoll“.

Ich entdeckte oft, dass sie biblische Begrifflichkeiten benutzte, mir das Eine oder Andere zu verdeutlichen. Und da war es wieder: mein Gedanke vom Qualitätsmanagement. Die Bibel – das beste Handbuch aller Zeiten.

Aber auch bei mir wäre DAS GESETZ nicht die Motivation, mich auf Jesus einzulassen. Die Parolen „Du musst, du darfst nicht und wehe dem, wenn doch“ sind nicht jene, die mich dazu motivieren, in dieser Liebe  Jesu zu wandeln. Bislang hat man mein Herz nur dann erreicht, wenn ich Liebe erfahre. Ist doch bei dir nicht anders, oder?

Und so gibt es natürlich viele schlaue und belesene Menschen verschiedener Religionen, die mir mit Sicherheit die Bibel ganz toll erklären können. Manche davon würden sogar Tag und Nacht mit mir streiten. Nicht selten führt das nur zur Abwehrhaltung im Sturm der Zeit.

Weiß ich mich aber geliebt und umworben, von Gott meinen Vater. Der mich so nimmt wie ich bin, weil ich so von ihm gedacht bin, dann habe ich ein inniges Verhältnis zu Gott persönlich. Mit der Bibel, will Gott sich mir mitteilen. Es geht dann nicht darum, ob ich Widersprüchlichkeiten entdecke, sondern was mir Gott persönlich durch seinen Heiligen Geist sagen will.

In diesem Buch steht alles, was von Belang ist. Es geht um Macht, Geld, Schuld, Vergebung, Sex und Liebe. Die Beziehung zwischen meinem himmlischen Vater und mir steht im Vordergrund. Ich erfahre viel, wie ER ist. Ich erfahre viel darüber, wie ich bin. Ich erfahre viel, wie die Beziehung zwischen Gott und mir ist. Ich erfahre viel, für meinen Alltag. Und wenn ich es vermassel, erfahre ich Gnade.

Dies Buch ist kein Gesetzbuch, es ist in Liebesbrief an mich. Und so darf ich einfach gelassen mit  meinem Gott durch den Tag gehen.

Christen haben in ihrer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen; dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen.

Aber sie gehen damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist, sonst weiter nichts.

Mahatma Gandhi

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2 Gedanken zu “Das Beziehungsbuch

  1. Urheberrechtlich bedanke ich mich bei Raimund, dem Fotografen, der mir diese Fotos geschenkt hat 🙂

    … und mit diesem Frosch-outfit hätte mich Christof in Döse erkennen müssen 🙂 – auch wenn diese Fotos in Behrend beim Dünenhof entstanden sind. Dennoch … ich fiel auf, selbst in Cuxhaven-city…

    Und ein Tag, nach dem ich den Artikel hier schrieb, ging es heute in der Predigt genau darum: die Bibel als Liebesbrief Gottes für mich. Hammer. DAS ist Reden Gottes in meinem Leben und so kommen immer weitere Puzzelteile zur Ergänzung.

    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag! 🙂

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