Gehts doch nicht ohne Gott? – Harry Valèrien

In meinem Urlaub 2007 auf Mallorca, habe ich während einer Theateraufführung unwissend neben Harry Valèrien gesessen. Ich bemerkte es erst, als wir raus gingen. Während der Aufführung war es eben zu dunkel.

Ebenfalls wusste ich nicht, dass Harry Valèrien ein sehr gläubiger Mensch ist. Ich interessiere mich da weniger für Sportmoderatoren. So konnte ich auch nicht wissen, dass er in dem Jahr 2007 seine Tochter verlor.

direkt zu Menschen bei Meischberger

Sandra Maischberger hatte mal wieder Menschen zu Besuch, diesmal zu dem Thema „Geht’s doch nicht ohne Gott? Comeback der Religion“. Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber irgendwie haben mir Freunde von dem Interview erzählt. Die Gäste waren Andrea Fischer, Harry Valérien, Abtprimas Notker Wolf, Eugen Drewermann und Franz Buggle.

sabina online recherchiert und ist total begeistert, was diese Menschen zu sagen haben. Der Bericht und der Glaube von Harry Valérien berührt mich bei all meinen privaten Fragen im Augenblick sehr und er hat meine volle Sympathie, wenn er sagt, er sei sehr gläubig aber weniger religiös. Denn auch Jesus war keine Religionsgründer, was viele Menschen aber immer behaupten.

Harry Valérien

Eine persönliche Beziehung zu Gott kann man schwer beschreiben, aber Menschen sind Botschafter Gottes. So lohnt es sich sehr, die ruhige gelassen Art von Harry Valérien zu beobachten und seinen Worten live zu lauschen. Wenn du dir das Video ansehen möchtest: er ist der erste Gesprächspartner in der Sendung bei Sandra Maischberger und das Interview mit ihm dauert 10 Minuten.

Frau Maischberger wollte wissen, wie der ehemalige Sportmoderator es mit dem Glauben handhabt und sie erinnert sich an das Interview mit Richard von Weizsäcker, der bei dieser Frage verstummte.

Frau Maischberger:

Ist es schwer über den Glauben zu sprechen?

Harry Valérien:

Nein, das ist es nicht!

Er berichtet, wie er mit 14 und 15 Jahren seine Eltern verlor. Und auch er berichtet über Kriegserfahrungen. Von den erlebten Stalinorgeln und wie er sich ein Loch gegraben hat. Bevor er in das Loch hineinstieg, betete er nicht um’s Überleben, sondern darum, dass egal wann er dran wäre, er niemals von Gott abweichen will. Er ist ohne Plessuren aus dem Krieg herausgekommen.

Frau Maischberger:

Warum haben diese Erlebnisse und der Verlust der Eltern nicht den Glauben erschüttert? Es wäre doch normal! Wenn es einen Gott gibt, warum nimmt er mir beide Eltern?

Harry Valérien:

Hat jemand ein Recht mit Gott zu hardern? Habe ich das?

(schaut ein Bruchteil einer Minute Frau Maischberger fragend an) ruhig und gelassen sagt er:

“Nein, habe ich nicht.

Mit dieser Meinung ist er sich mit Richard von Weizsäcker einig.

Ich kann an Gott Zweifel haben. Aber ich kann mit Gott auch Dialog führen, den habe ich geführt und den habe ich immer noch. Aber das ist das Äußerste, ich kann aber nicht hardern!

Er berichtet von einem Gespräch mit einem Mann, der mit Gott gehardert hat, weil er seine Frau an einer schweren Krankheit verloren hat und dies müsse an Gott liegen, dass es so passierte.

Frau Maischberger:

Das käme ihnen nicht in den Sinn?

Nein, sagt er und berichtet von dem Verlust (2007) seiner 42jährigen Tochter, die nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihren Ehemann und zwei Kinder (3 und 4) zurück gelassen hat.

Frau Maischberger ist erstaunt, dass Herr Valèrien nicht Gott verflucht hat, schließlich ist die Tochter 14 Tage nach der Diagnosestellung „Krebs“ verstorben. Natürliche Reaktion wäre doch eine persönliche Wut gegen Gott.

Herr Valèrien ist nie in die „Gefangenschaft“ gekommen – wie er es nennt – so zu denken, er hätte jetzt ein Recht darauf, auf Gott wütend zu sein. Ich ergänze: Ja, es ist eine Gefangenschaft, wenn man aus solchen Gedanken nicht heraus kommt und ich wünsche jedem im Namen Jesu Befreiung, aus solchen festgefahrenen Bahnen zu entkommen.

Frau Maischberger:

Und das man dann sagt, dass kann kein gerechter Gott sein, der eine junge Frau den Kindern weg nimmt, der Gedanke ist nicht impulsiv gekommen?

Harry Valèrien:

Nein, und ich mache mich hier nicht schön, sondern ich meine, dass das so ist und wenn sie sich genug – das muss gar nicht die Esoterik sein, obwohl man da auch einige Gedanken auflesen und anwenden könnte – aber wenn man versteht, wie das Leben läuft und wenn man alt genug ist – und der Krieg war so zu sagen der Beginn dieses Denkens – dann bist du in der Lage, mit dir selbst ins Reine zu kommen, dann glaubst du, dass du Dinge mit Gottes Hilfe meisterst und das du auch einen Partner hast – einen Dialogpartner, mit dem du diese Dinge besprechen kannst.

Das ist seine Vorstellung von Gott: Gott ist nicht derjenige, der verantwortlich ist, für das was geschieht, sondern der der an unserer Seite steht, wenn was geschehen ist.

Interessant ist auch zu zuhören, was für ein beeindruckenden Augenblick es war, als Harry Valèrien Jahrzehnte später nach ihrem Tot einen Brief an seine Mutter schrieb, was er nicht mehr los werden konnte, weil es keine Möglichkeit der Korrektur oder des Nachfragens mehr gab.

Und am Ende dieses Interviews hat sich die Frage beantworte, dass Harry Valérien ein sehr gläubiger aber ein weniger religiöser Mensch ist.

Mit diesem Interview und dem Artikel von Bento „Der Wandel im Geist“ wünsche ich dir einen gesegneten und zauberhaften Sonntag.

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