Darf ich bitten?

In dem Film „Darf ich bitten“ geht es um „Selbstverwirklichung und Sehnsüchte“.

John Clark ist Rechtsanwalt und regelt täglich für seine Klienten den Nachlass. Dabei entdeckt er immer wieder das gleiche Muster: es wird bedacht, welches Kind bekommt was, letzte Danksagungen werden formuliert, Geständnisse und Ohrfeigen werden ausgeteilt. Bilanz wird gezogen, Soll und Haben werden abgewogen. Ist ein Testament ausformuliert, bekommt John seit über 20 Jahren die Frage zu hören: „War’s das?“. Die Antwort von John mild-lächelnd: “ Das offizielle … ja, alles andere liegt nun bein Ihnen.“

Und genau über dieses „…alles andere liegt bei ihnen“, denkt John täglich auch persönlich nach.

John Clark (Richard Gere) hat einen guten Job, eine wunderbare Ehefrau Beverley (Susan Sarandon) und zwei reizende Kinder. Ein tolles Haus und einen sicheren Arbeitsplatz. Doch trotz allem wird er das Gefühl nicht los, dass etwas in seinem Leben fehlt. Jeden Tag fährt er nach der Arbeit mit der U-Bahn nach Hause – und jeden Tag aufs Neue fällt ihm eine junge Frau (Jennifer Lopez) auf, die mit leerem Blick am Fenster einer Tanzschule steht.

Anfangs ist er vielleicht wirklich nur von der Frau fasziniert. Doch auch wenn sie der Anlass war, dass er sich die Tanzschule näher anschaut, kommt er gar nicht so bald an sie ran und entdeckt die eigentliche Leidenschaft: das Tanzen. Später sagt sie ihm: „Ich nehme das Tanzen sehr ernst. Miss Metzi ist eine Schule und keine Disco und ich hoffe sie kommen nicht tanzen, weil sie Absichten haben, damit verschwenden sie ihre Zeit. Tanzen sie nicht, wenn sie nur das wollen“. Nein, DAS wollte er nicht – jedenfalls nicht wirklich.

John entdeckt schnell, worum es ihm wirklich geht. Das Tanzen löst in ihm etwas aus. Dinge über die er sich noch nicht im Klaren war, damit auch offen umzugehen.

So fehlt ihm auch der Mut, mit seiner Frau zu reden. Nicht weil er was zu verheimlichen hat, sondern weil er sich schämte. Er schämte sich zu geben zu müssen, das er nicht glücklich war, obwohl ihm doch überhaupt nichts am definiertem Glück fehlt.

Die Nebenrollen sind nicht weniger interessant. Sie spiegeln sehr gut weitere Charaktere wieder. Jede/r drückt auf ihre/seine Art eine stille Verzweiflung aus.

John’s Frau entdeckt irgendwann, dass er sich verändert. Natürlich riechen seine Hemden süsslich. Sie schaltet eine Detektei ein. Dem Detektiv ist klar: eine Affäre, wie immer, es geht gar nicht anders. Er verschreckt seine Mandantin mit dem Ergebnis einer Scheidung. Auch der junge Assistent – keine Lebenserfahrung aber reich an auswendig gelernten Weisheiten – weiß was Sache ist.

John’s Frau geht ihren eigenen Weg und hat ihre eigenen Theorien: viele Duftlämpchen stehen bei einem Geschäftsessen, deshalb würden die Hemden so riechen. Dem Detektiv bleibt das Futter im Mund stecken, aber er mag seine Mandantin und antwortet auf ihre Frage „Das wäre doch möglich?“ „Es wäre möglich, dass wir ihn bei 100 Duftlämpchen beim Geldanlegen erwischen“ Pause – lang aus gedehnte Antwort: „aber unwahrscheinlich. – Also ich schlage ihnen vor, wir fangen ganz klein an, wir suchen die Duftlämpchen. Wenn wir sie finden und sie duften unschuldig, halte ich 2000 für angemessen. Aber wenn sich hinter dem Drama was versteckt, was ganz gemein ist und übel stinkt, verhandeln wir neu.“

Es versteckte sich nichts gemeines und übles, nur die Sehnsucht und der Wunsch nach Selbstverwirklichung.

Und am Ende? Natürlich Happy End.

Es gibt Menschen, die verändern sich nicht und sind glücklich und leben unbeirrt weiter, weil sie glauben zu wissen, was vor ihnen liegt. Am meisten haben sich aber jene verändert, die ihren Traum gelebt haben. So auch John und seine Frau Beverley, denn mit ihr tanzte er sein Leben lang. Und nun zukünftig noch beschwingter. Auch alle Nebendarsteller sind durch eine persönliche Vision verändert.

In dem Film steckt sehr viel drin, am liebsten mochte ich die Gestiken und Mimiken, die jeden einzelnen Charakter brillant mit einem festen authentischen Ausdruck unterstreichen. Ich habe den Film nicht im Kino gesehen aber um so mehr die Extras auf der DVD genossen.

Ein typischer Frauenfilm wegen der Starbesetzung? Nein – bei weitem nicht.

Christoph Matthias hat sich zu diesem Film ebenfalls seine Gedanken (klickst du hier, dann klick weiter rechts auf „Traumtänzer oder Liebhaber“) gemacht und sucht mit dir und mir nach Verbündeten, die gemeinsam nach Gottes Zielen ringen.

In seinem Artikel wird auch deutlich, dass Gott dir und mir die Wahl lässt.

Du kannst dich entscheiden für Hingabe und gegen Entmutigung, für Entschlossenheit und gegen Resignation.

Darf ich bitten?

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5 Gedanken zu “Darf ich bitten?

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