Danke!

Ich habe neulich bewusst falsch geparkt, als ich nur schnell in die Apotheke huschen wollte. Alle eigentlichen Stellplätze waren besetzt und meine Mittagspause war knapp.

Die Bushaltestelle war lang genug, da war Platz für den Bus und … für mich. Die Garagen, die ich auch zuparkte, sind selten benutzt, das wusste ich.

Ich wusste auch, bei uns in der Stadt sind die Angestellten vom Ordnungsamt gewissenhaft und sie sind schnell. So auch der Mann, der nun mich erwischte. Er stand rücklings zu mir, als ich aus der Tür der Apotheke kam. Der Weg war zu weit, um mich mit meiner Stimme dem Lärm der vorbeifahrenden Autos durchzusetzen.

Auch meinte ich an seiner Körperhaltung zu sehen, dass die Returntaste schon bestätigt war, ein Rufen lohnte also nicht. Lediglich die Arbeit des Scheibenwischer hoch-kippens und den Überweisungsträger ein-klemmens konnte ich dem jungen Mann abnehmen: „Ich bin schon da, sie können mir das auch direkt geben“. Er: „Oh man, hätten sie mal sofort gerufen, ich hätte es noch verhindern können. Nur wenn ich die Eingabe bestätigt habe, dann kann ich leider nichts mehr rückgängig machen.“

Ich sagte „ist schon in Ordnung, ich parke ja bewusst falsch und bin das Risiko eingegangen.“ Er gab mir den Zettel und schaute verdutzt, dass ich „Danke“ sagte. „Ähm, wieso danke, tut mir echt leid. Beim nächsten mal rufen sie mich oder schmeißen Steinchen nach mir“.

Hat er echt gesagt … „Steinchen schmeißen.“

Ich glaube die guten Menschen, die auch nur ihren Job tun, sind eher ein „Pöbeln“ als ein „Danke“ gewöhnt. Ich habe ihn damit richtig platt gemacht, erstaunt und diffuse ging er zum nächsten Parksünder.

An diese Szene dachte ich, als ich dann um die Kurve fuhr, zurück zur Arbeit. Ich glaube, soviel Dankbarkeit konnte ich nur im Herzen haben, weil mir bewusst ist, das Jesus mir all meine Schuld vergibt. Und ich rede hier nicht von 10 Euro und falschem parken. Und ich sage hier auch nicht, dass ich mich gefreut habe, die 10 Euro zahlen zu müssen. Solche Szenen sind nur für mich „Aufhänger“, um an anderes zu denken, wie z. B. das ich froh bin, dass der himmlische Vater keinen mega gigabyte USB hat, in dem alles aus meinem Leben registriert bleibt.

Oder schau die Antwort im MERIAN Vatikan auf die Frage „Darf der Papst lügen“: „Nein, wie für jeden Christen gilt auch für ihn das achte Gebot. Und wie jeder Christ wird er schon mal dagegen verstoßen haben.“

Damit du mich nicht falsch verstehst: dies soll kein mutmachender Artikel dahin gehend sein, dass wir lustig und bewusst drauf los sündigen. Nein, bei weitem nicht. Dafür hat Jesus einfach zu teuer bezahlt. Aber es soll ein absolut mutmachender Artikel sein, sich zu trauen, auch die verstecktesten Ecken und Gedanken offen dar zu legen, damit Jesus sie heilen kann. Das Angebot steht, dass Jesus dir und mir die Hand reicht.

Und wenn wir das tun, dann fallen Masken und Jesus kann uns verändern und schenkt uns inneren Frieden und das Leben. Und du kannst es erleben, wie Bento es in diesem Artikel schreibt. Den Artikel finde ich immer noch gut, auch wenn er schon vier Wochen zurück liegt.

Christus spricht: Und weil ich lebe, werdet auch ihr leben.

Als ich heute via Telebanking meine Überweisungen tätigte, waren auch die 10 Euro für das Falschparken dabei. „Wer ist der Empfänger?“ fragte der Mann am anderen Ende. „Die Stadtkasse“ … und wenn ich Stadtkasse sage, habe ich ein schlechtes Gewissen und würde gerne wissen, was jetzt gerade der Mann am anderen Ende meines Telefons denkt.

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