Eine gerechte Strafe?

Dies Jahr vor Ostern möchte ich mich gerne etwas mehr mit dem größten Ereignis der Geschichte beschäftigen. Denn es geht ja um ein Geschenk für mich! Du kannst mich dabei begleiten und wenn du den ersten Teil in der siebten Woche vor Ostern noch nicht kennst, dann gehe hier zurück zu diesem Artikel!

Heute: Direkt aus dem Gerichtssaal

Jesus wird an die Römer ausgeliefert

Nun erhoben sich die Mitglieder des Hohen Rates und ließen Jesus zum römischen Statthalter Pilatus bringen. Dort beschuldigten sie ihn: „Dieser Mensch hetzt unser Volk auf. Er redet den Leuten ein, dass sie dem Kaiser keine Steuern zahlen sollen. Und er behauptet von sich, er sei der Christus, ein König, den Gott geschickt hat.“ „Stimmt das?“, fragte Pilatus den Angeklagten. „Bist du wirklich der König der Juden?“

Jesus antwortete: „Ja, du sagst es!“ Pilatus erklärte den Hohenpriestern und der ganzen Volksmenge: „Dieser Mann ist doch kein Verbrecher!“ Aber sie widersprachen heftig: „In ganz Judäa hetzt er die Menschen durch seine Lehre auf. Schon in Galiläa hat er damit angefangen, und nun ist er bis hierher nach Jerusalem gekommen!“

Das Todesurteil

Vor den Hohenpriestern, den führenden Männern des Volkes und der versammelten Menge verkündete Pilatus: „Ihr habt diesen Mann zu mir gebracht und ihn beschuldigt, dass er die Menschen aufhetzt. Ich habe ihn vor euch verhört und bin zu dem Urteil gekommen: Dieser Mann ist unschuldig! Herodes ist derselben Meinung. Deswegen hat er ihn hierher zurückgeschickt. Der Angeklagte hat nichts getan, was mit dem Tod bestraft werden müsste. Ich werde ihn auspeitschen lassen, dann soll er frei sein.“ Pilatus begnadigte ohnehin in jedem Jahr am Passahfest einen Gefangenen.

Da brach ein Sturm der Entrüstung los. Wie aus einem Munde schrie das Volk: „Weg mit diesem Jesus! Lass Barabbas frei!“ Barabbas saß im Gefängnis, weil er sich an einem Aufstand in Jerusalem beteiligt hatte und wegen Mordes angeklagt war. Noch einmal versuchte Pilatus, die Menge zu überzeugen; denn er wollte Jesus gern freilassen. Aber sie schrien nur noch lauter: „Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz!“ Pilatus versuchte es zum dritten Mal: „Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Ich finde nichts, worauf die Todesstrafe steht! Ich werde ihn also auspeitschen lassen. Dann soll er frei sein.“ Aber die aufgehetzte Menge brüllte immer lauter: „Kreuzige ihn!“, bis Pilatus ihrem Schreien nachgab und ihre Forderung erfüllte.

Barabbas ließ er frei, den Mann, der das Volk aufgehetzt hatte und wegen Mordes angeklagt war. Jesus aber verurteilte er zum Tod am Kreuz, wie sie es gefordert hatten.

Eigentlich ist der beste Weg eine Strafe zu vermeiden, kein Verbrechen zu begehen. Wenn wir in der Presse verfolgen, welche Straftaten wie verurteilt werden, sind unsere Meinungen breit gefächert von „wie unfaire“ über „das ist ja nun gar nicht angemessen“ bis hin „geschieht ihm recht“ oder sogar „ich hätte ihn zu mehr verdonnert“.

Jesus hat nichts verbrochen, er ist einfach verurteilt worden. Das Volk hat lange gesucht, bis sie meinten einen Grund gefunden zu haben. Aber schau selber …

Gleich darauf brachte man Jesus zu dem Hohenpriester, der in dieser Zeit den Vorsitz des Hohen Rates hatte. Bei ihm waren alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und führenden Männer des Volkes versammelt. In sicherem Abstand folgte Petrus den Männern bis in den Innenhof des Palastes. Dort setzte er sich zu den Dienern und wärmte sich am Feuer.Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugen, die durch falsche Aussagen Jesus so belasten sollten, dass man ihn zum Tode verurteilen konnte. Aber es gelang ihnen nicht. Viele Zeugen brachten zwar falsche Anschuldigungen vor, doch ihre Aussagen widersprachen sich. Schließlich erklärten einige Männer: „Wir haben gehört, wie dieser Jesus behauptete: ‚Ich will den von Menschen gebauten Tempel abreißen und dafür in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht von Menschen errichtet ist.'“ Doch auch ihre Aussagen waren voller Widersprüche. Jetzt erhob sich der Hohepriester, stellte sich mitten unter die Versammelten und fragte Jesus: „Warum antwortest du nicht? Hast du nichts gegen diese Anschuldigungen zu sagen?“ Aber Jesus schwieg. Da stellte ihm der Hohepriester eine weitere Frage: „Bist du Christus, der Sohn Gottes?“ „Ja, der bin ich“, antwortete Jesus. „Ihr werdet den Menschensohn an der rechten Seite Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“ Empört zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: „Das genügt! Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? Ihr habt ja seine Gotteslästerung selbst gehört. Wie lautet euer Urteil?“ Einstimmig beschlossen sie: „Er muss sterben.“ Einige von ihnen spuckten Jesus ins Gesicht, verbanden ihm die Augen und schlugen mit den Fäusten auf ihn ein. „Na, du Prophet“, verhöhnten sie ihn, „sag uns, wer hat dich geschlagen?“ Auch die Männer, die Jesus abführten, schlugen ihn.

Das Volk ist fündig geworden: Sie hielten Jesus für einen stinknormalen Menschen und dieser behauptet einfach, er ist Christus, Gottes Sohn. Das Paradoxe dabei: dies Volk hat jahrelang auf den Retter der Menschheit gewartet, wie es die Propheten voraussagten.

Jetzt war der Retter da, lange gab es schon keine Zweifel mehr. Aber sie wollten ihn nicht, sie suchten nach Gründen, damit nicht wahr werden würde, was Wirklichkeit ist. Lieber wollten sie einen Mörder dafür frei haben – Barabbas – der es wirklich verdient hätte. Das Volk hat nicht objektiv urteilen wollen.

Jesus wurde aber nicht „nur“ zu lebenslanger Haft verurteilt mit Hoffnung auf Begnadigung, sondern zum Tod durch Kreuzigung. Eine Hinrichtung, die nicht schnell und schmerzfrei war, sondern zugleich psychisch und physisch absolut qualvoll. Es war eine Todesstrafe, die nur abscheulichsten Verbrechen vorbehalten war.

Eine Strafe mit vorherige mehrstündige Folter. Die Menschen verhielten sich verachtend, verspotteten Jesus, beleidigten und demütigten ihn, sie peitschten ihn aus, mit offenen tiefen Fleischwunden trug Jesus das Kreuz selber, bis er zusammenbrach.

Das alles ohne Happy End? Nein, das Happy End sieht so aus: Jesus liebt mich, er will für mich da sein, weil ich ihm viel bedeute. Aus reiner Liebe bietet er mir an, mir all meine Schuld ab zu nehmen. Du sagst: ein feiner Kerl! Nett von ihm! Musste aber meinetwegen nicht sein.

Nein, es musste sicherlich nicht sein. Er hat es aber getan, wie kein Zweiter – ohne dich vorher zu fragen, er schenkt es dir und mir und sagt:

„Kommt her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben, ich will euch die Last abnehmen! Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir! Ich komme nicht mit Gewalt und Überheblichkeit. Bei mir findet ihr, was eurem Leben Sinn und Ruhe gibt. Ich meine es gut mit euch – die Last, die ich euch gebe ist leicht.“

„… die Last, die ich euch gebe, ist leicht“ – bezogen auf mein persönliches Leben bekommt dieser Satz eine ganz neue und andere Bedeutung.

Und ich schiele zur Übersetzung der Volxbibel. Die Gerichtsverhandlung wird mit einer ebenso genauen Ernsthaftigkeit übersetzt, wie sie in meinem Artikel beschrieben wird. Die von mir zuletzt zitierten Verse bringen mich aber zum schmunzeln, denn so erlebe ich dann auch Jesus in meinem Leben, nach dem ich im Herzen gesehen habe, das er Christus ist – Gottes Sohn.

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